Kontakte sind online schnell geknüpft – doch damit daraus mehr werden kann, müssen einige Dinge beachtet werden. Ein Überblick zeigt, was geht und was nicht:

DON'TS – Was man auf jeden Fall vermeiden sollte:

Schummeln im Profil

Beschiss kommt auf den Tisch – spätestens beim ersten Date. Wenn es zu einem Treffen kommt, müssen alle zuvor gemachten Angaben der Realität einigermaßen standhalten. Natürlich ist es erlaubt, die Vorzüge ins rechte Licht zu rücken, und Ticks erst einmal zu verschweigen. „Aber bitte möglichst authentisch bleiben. Schließlich soll sich ja das Gegenüber nicht in einen Avatar verlieben“, rät Beziehungscoach Dominik Borde.
Frauen machen sich laut seiner Erfahrung oft jünger und schlanker, Männer schummeln beim Job und bei ihrem Besitz. Wenn das Alter um zehn Jahre nach unten korrigiert wird, fällt das aber spätestens beim persönlichen Kennenlernen auf.

Zu hohe Erwartungen

Unrealistische Erwartungen führen nur zu Enttäuschungen und einem hohen Frustpotenzial. Wer jeden Online-Flirt begierig als Rettungsanker aus dem Single-Dasein sieht, muss damit rechnen, dass er viele Fehlgriffe landet, sagt Borde. Online-Dating-Plattformen laufen wie eine Party ab: „Wer nur still im Eck steht und zusieht, wird wenig Chancen auf einen Flirt haben“, sagt Borde. Wer dagegen zu viel angibt, wird als anstrengend empfunden. Die Mischung macht's.

Zu lange mit dem ersten Date warten

„Wenn nach dem Telefonat der Funke da ist, dann ist der richtige Zeitpunkt für ein Treffen“, sagt Borde. Er rät dazu, sich zwar nicht gleich mit dem erstbesten Online-Flirt zu daten, aber auch nicht monatelang mit jemandem zu schreiben, ohne ihn persönlich kennenzulernen. Laut Sexualwissenschaftler Martin Dannecker sind tendenziell die virtuellen Kontakte, die zu lange dauern und deshalb oft schon mit zu starken Emotionen und Wünschen verbunden sind, in der realen Begegnung eher Flops. „Da haben sich dann so viele Fantasien aufgebaut, dass die reale Person oft eine Enttäuschung ist.“

Zu viele Kontakte und Dates

Kai Dröge, Sozialforscher an der Uni Frankfurt, hat festgestellt, dass das Online-Dating schnell ausartet. „Es verleitet dazu, die Suche endlos auszudehnen, weil es unerschöpfliche Kontaktmöglichkeiten gibt“, sagt er. Wer allerdings zu viele Dates hat, dem kommen der Kitzel und das Prickeln abhanden. „Man stumpft ab, und es wird immer unwahrscheinlicher, dass man sich verliebt“, warnt er. Um sich auf eine einzelne Person wirklich einzulassen, braucht man Zeit und Muße.

Respektloser Schluss

Jemandem eine Absage zu erteilen, ist selten leicht. Aber Ehrlichkeit ist letztlich für beide Seiten am besten. So werden keine falschen Erwartungen geweckt. Das tut am Ende nämlich noch mehr weh. Klare Absagen à la „Ich finde dich sympathisch, aber ich kann mir nicht mehr vorstellen“ schmerzen vielleicht, aber so weiß der andere wenigstens, woran er ist.