Innerhalb der ersten sechs Monate seien in diesem Jahr bereits rund 120 Waschbären wegen einer Virus-Erkrankung verendet. „Diese Größenordnung haben wir sonst in zwei Jahren“, so Wittstatt. 80 Prozent der Tiere seien einer Staupe-Infektion zum Opfer gefallen. „Vielen Bürgern sind die kranken Waschbären aufgefallen“, sagt der Experte.

Verbreitet sei das Virus vor allem in den Bezirken Spandau, Reinickendorf und Pankow. Seit Mai gebe einen leichten Rückgang der Fallzahlen.

Für Menschen ist das Virus nicht gefährlich. Doch Wittstatt rät vor allem Hundebesitzern zu Vorsicht: „Ungeimpfte Hunde können sich anstecken, vor allem bei Jungtieren im Alter von bis zu sechs Monaten muss man aufpassen.“ Zu den Symptomen der Virusinfektion gehören Fieber, Abgeschlagenheit und Gleichgewichtsstörungen.

Durch das Ende des Winterschlafs und die schwankenden Temperaturen im Frühjahr sei die Waschbärpopulation in Berlin geschwächt gewesen, sagt Wildtierexperte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

Er schätzt, dass es in Berlin mindestens 600 Waschbären gibt. Das Virus dezimiere den Bestand zwar vorübergehend etwas, nachfolgende Generationen seien aber immun.

Die Tiere bevölkern nach Angaben Ehlerts vor allem Spandau, Reinickendorf, Marzahn und Treptow-Köpenick. Füttern darf man die Tiere nicht. „Sie sollen nicht zahm werden“, sagt Ehlert. (dpa)