Berlin - Im zweiten Prozess um den Tod von Jonny K. am Alexanderplatz haben am Montag fünf Augenzeugen ausgesagt. Aus mindestens 50 Metern Entfernung sah einer von ihnen, wie ein Jugendlicher „mit ausgeholten Tritten“ zwei- bis dreimal gegen Kopf und Körper des am Boden liegenden Jonny trat. „Es war, als ob man gegen einen Fußball tritt“, erklärte der 28-jährige Student am Montag vor dem Landgericht.

Weder der Student noch seine vier Freunde konnten die sechs Angeklagten identifizieren. Einer der Zeugen sah nach eigenen Angaben, dass drei bis vier Personen auf Jonny K. einschlugen. „Er fiel zu Boden, als sei er schon bewusstlos“, sagte der 23-Jährige vor dem Jugendgericht.

Der 20-jährige Jonny K. starb nach dem Angriff am 14. Oktober 2012 an Gehirnblutungen. Die Augenzeugen berichteten übereinstimmend, aus der Ferne habe es nicht so dramatisch ausgesehen. Als sie nahe bei Jonny K. waren, hätten sie dann bemerkt, dass dieser keine Reaktion mehr zeigte. Blut sei aus dem Mund gelaufen. Die Freunde leisteten Erste Hilfe und alarmierten Polizei und Feuerwehr.

Zuvor hatte bereits die erstbehandelnde Ärztin aus dem Krankenhaus am Friedrichshain ausgesagt, dass Jonny K., der bei seiner Einlieferung 1,96 Promille Blutalkohol hatte, keinerlei Reflexe mehr gezeigt hätte und ärztliche Hilfe nicht mehr möglich gewesen sei. An äußerlichen Verletzungen seien nur eine Platzwunde an der rechten Augenbraue und eine weitere Prellmarke sichtbar gewesen. (dpa/BLZ)