Der Polizist, der vor rund einem Jahr mutmaßlich angetrunken einen tödlichen Unfall an der Grunerstraße verursacht hat, ist nun auch Thema im Abgeordnetenhaus. Innensenator Andreas Geisel (SPD) sei „zutiefst beschämt“, dass der Polizist getrunken haben könnte. „Alkohol im Dienst ist absolut tabu“, betonte Geisel am Montag im Innenausschuss. Polizisten hätten eine besondere Verantwortung, hieß es.

Eltern der getöteten Frau werfen Berliner Polizei einseitige Ermittlungen vor

Der innenpolitische Sprecher der Grünen, Benedikt Lux, hatte die mutmaßliche Alkoholfahrt mit Todesfolge zum Thema im Abgeordnetenhaus gemacht. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir in Zukunft den Opferschutz und die psychosoziale Betreuung verbessern“, sagte Lux dieser Zeitung. Es müsse zudem geprüft werden, ob für Opfer von derartigen Unfällen finanzielle Entschädigungen Sinn machen.

Die Eltern von Fabien Martini hatten scharf kritisiert, dass ein Jahr lang zu einseitig – nämlich nur gegen ihre Tochter – ermittelt wurde. Es sei der Verdacht aufgekommen, Kollegen des 51-jährigen Polizeihauptkommissars Peter G. hätten versucht, die mutmaßliche Alkoholisierung zu vertuschen. Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatte daraufhin die Zuständigkeit des Falls der Dienststelle von Peter G. entzogen und sie dem Landeskriminalamt übertragen. Nach Angaben der Polizeipräsidentin darf der Verdächtige nicht mehr zum Dienst.