Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Am 14. Juni war ein Radfahrer in der Neuköllner Hermannstraße gegen eine abrupt geöffnete Autotür geprallt und tödlich verletzt worden. Der Porsche Cayenne stand zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem Fahrradweg im absoluten Halteverbot.

Da es sich bei dem Wagen um ein Diplomatenauto aus Saudi-Arabien handelte und für Diplomaten die Immunität gilt, konnte gegen den Fahrer nicht strafrechtlich ermittelt werden. Damit steht den Hinterbliebenen offiziell auch keine Entschädigung zu. Doch nun gab es offenbar ein Treffen zwischen der Witwe und dem saudi-arabischen Minister für Kultur und Medien, Awwad Alawwad.

"Warmherzig und voller Mitgefühl"

Wie die Bild-Zeitung auf ihrer Webseite berichtet, habe der Politiker bei seinem Staatsbesuch darauf bestanden, mit der Familie des verunglückten Radfahrers Michael E. zu sprechen.

Bei dem halbstündigen Treffen am Sonntag soll er mit der Witwe und dem Neffen des Opfers eine finanzielle Entschädigung sowie Stillschweigen über deren exakte Summe vereinbart haben.

Der Bild-Zeitung sagte Marina E., das Treffen mit dem saudischen Minister sei "sehr angenehm und warmherzig" verlaufen: "Er war voller Mitgefühl." Die Familie möchte sich nun nicht weiter zu dem Fall äußern. (BLZ)