Ein Radfahrer wurde von einem Lkw überrollt.
Foto: Eric Richard

Berlin-KreuzbergAm frühen Nachmittag ist in Kreuzberg eine Radfahrerin ums Leben gekommen. Sie wurde gegen 13.40 Uhr am Kottbusser Tor von einem Lkw erfasst, der aus der Reichenberger Straße kommend in die Skalitzer Straße abbog.

Nach Angaben der Feuerwehr waren 40 Einsatzkräfte vor Ort, um die Tote zu bergen. Die Feuerwehr hob mit einem Kran den Lkw an. "Mehrere Personen mussten vom Rettungsdienst betreut werden", sagte ein Sprecher. Der Lastwagen gehört einer Firma aus dem Landkreis Neustadt an der Aisch in Bayern.

Zahlreiche Schaulustige am Unfallort

Am Unfallort fanden sich zahlreiche Schaulustige ein. Die Polizei mussten permanent Zuschauer bitten, weiter zu gehen. Ein Gaffer stellte sich vor die Unfallstelle und begann seinen Eintopf zu essen. Als ein Polizist und ein Feuerwehrmann den Mann höflich baten, sich zu entfernen, begann er die Beamten anzupöbeln.

Zum genauen Unfallhergang ist noch nichts bekannt. Die Unfallstelle wurde unter anderem mit einer Drohne vermessen. Die Skalitzer Straße in Richtung Friedrichshain blieb am Abend zunächst gesperrt.

Es handelt sich um die erste durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommene Radfahrerin in Berlin in diesem Jahr. Das erste Todesopfer im Straßenverkehr ist sie jedoch nicht: Bereits am Montag starb ein 81-Jähriger im Krankenhaus, nachdem er mehrere Tage zuvor in einen Verkehrsunfall verwickelt war. Der Senior war am Donnerstag gestürzt, als seine Frau in der Adalbertstraße in Berlin-Kreuzberg von einem Kastenwagen erfasst wurde.

Viele Unfälle mit Radfahrern enden tödlich

Im vergangenen Jahr gab es in Berlin 40 Verkehrstote: 24 Fußgänger, 6 Radfahrer, 6 Autoinsassen, 2 Motorradfahrer sowie 2 Bus- oder Lastwagenfahrer.

Die Zahl der Unfälle mit Radfahrern steigt in Berlin – viele davon enden mit schweren oder gar tödlichen Verletzungen. 2018 waren es 8383 Unfälle, wie aus einer Antwort auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Maik Penn im August 2019 hervorgeht. Dabei wurden elf Radler getötet, 741 schwer und weitere 4871 leicht verletzt. 2760, also etwa jeder Dritte, blieben unverletzt. Im Jahr 2017 hatte es 7404 Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern gegeben, dabei wurden neun Radler getötet, 623 schwer und 4344 leicht verletzt. 2428 Fahrradfahrer kamen mit dem Schrecken davon.

Zwar, heißt es in der Antwort der Senatsverkehrsverwaltung, treten „schwere Unfälle mit Radfahrenden“ im ganzen Stadtgebiet auf, verstärkt jedoch in der Innenstadt. Der einfache Grund: Hier sei „der Radverkehrsanteil deutlich größer“. Konkrete Zahlen, wie viele Radler in den jeweiligen Bezirken unterwegs sind, gibt es nicht.

Eine Schätzung der Verwaltung geht jedoch davon aus, dass in Berlin jeden Tag 12,3 Millionen Wege zurückgelegt werden, etwa 1,6 Millionen davon mit dem Rad.