Kriminaltechniker in weißen Overalls haben in der Calvinstraße in Moabit Beweismittel gesichert. In einer Wohnung wurde eine Frau erstochen. 
Foto: Morris Pudwell

Berlin/RheinsbergIn  einer Wohnung in Moabit ist eine Frauenleiche entdeckt worden. Die 53-jährige Rebeccah B. soll Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein, sagte ein Sprecher der Polizei. Ihr Lebensgefährte, der 52-jährige Fotokünstler Saul F., nahm sich kurz darauf in seinem Ferienhaus in Brandenburg das Leben. 

Polizisten fanden am späten Mittwochabend gegen 23.15 Uhr eine Frauenleiche in einer Hinterhauswohnung in der Calvinstraße. Nach Informationen dieser Zeitung wurde die Frau erstochen. Der Täter hatte offenbar selbst den Notruf gewählt und gesagt, das etwas Furchtbares passiert ist. Unmittelbar nach der Alarmierung geriert der Lebensgefährte ins Visier der Mordermittler. Kriminaltechniker rückten an und sicherten stundenlang Beweismittel in seiner Wohnung. 

Währenddessen fahndete die Polizei in Berlin nach dem auffälligen Fluchtwagen des Verdächtigen Saul F. Der Fotograf war jedoch mit seinem Porsche 911 nach Brandenburg geflüchtet. Etwa vier Stunden nach dem Fund der toten Frau fanden Polizisten aus Brandenburg den mutmaßlichen Täter. Der 52-Jährige wurde gegen 3 Uhr tot in einem Bungalow bei Rheinsberg (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) aufgespürt. Wie die Berliner Polizei am Donnerstagvormittag mitteilte, hatte er sich das Leben genommen. 

Ob er die Tat in einem Abschiedsbrief gestand, wollte die Polizei nicht kommentieren. Auch wenn die Indizien bisher einen Verdacht bekräftigen, konnten die Ermittler am Donnerstag nicht ausschließen, dass jemand anders die Frau getötet haben könnte. Die 2. Mordkommission habe die Ermittlungen dazu noch nicht abgeschlossen.

Rebeccah B. und Saul F. waren seit mehreren Jahren zusammen. Das Opfer stammt aus den USA. Die Frau arbeitete aber seit Anfang der 90er-Jahre in Deutschland. Zuletzt war sie Kuratorin in Berlin und organisierte Kunstausstellungen, unter anderem auch für ihren Lebensgefährten. Seit 2011 hatte sie versucht, die Berliner und Bremer Künstlerszene enger zu verbinden. Der 52-jährige Fotograf F. stellte seine Bilder unter anderem in Galerien in New York, München, Augsburg und Berlin aus. 

Sein Markenzeichen sind selbst bemalte Studiowände, vor denen er skurrile Stillleben oder Menschen in schillernden Outfits fotografierte. F. ist gebürtiger Brite, der seit mehreren Jahren in Berlin lebte und arbeitete. Offenbar war er in der Kunstszene kein Unbekannter. Wie die Daily Mail im Mai des vergangenen Jahres berichtete, war F. am Rande einer Kunstausstellung in Venedig zusammen mit Schauspieler Brad Pitt bei einem gemeinsamen Spaziergang fotografiert worden. 

Beratung und Seelsorge in schwierigen Situationen

Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon:
Das Angebot des Vereins "Nummer gegen Kummer" richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Samstag nehmen die jungen Berater des Teams "Jugendliche beraten Jugendliche" die Gespräche an. nummergegenkummer.de.

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch. mutes.de Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de