Berlin - In Berlin ist erstmals in diesem Jahr ein Fall von Geflügelpest bei einem Wildvogel nachgewiesen worden. Das teilte die Senatsumweltverwaltung am Donnerstag mit. Es handelt sich um eine Möwe. Das Tier wurde vergangene Woche tot auf einem Steg in der Rummelsburger Bucht gefunden. Danach wurde der Kadaver von Mitarbeitern der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirksamts Lichtenberg ins Landeslabor Berlin-Brandenburg gebracht.

Dort wurde die ansteckende Tierseuche nachgewiesen. Vorgeschrieben ist danach immer ein Bestätigungsnachweis durch das nationale Referenzlabor am zuständigen Friedrich-Loeffler-Institut. Nun ist sicher: Es handelt sich um den Virussubtyp H5N1. Nach Angaben des Senats prüfen die Berliner Veterinärbehörden derzeit, ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen zu ergreifen sind. Die Öffentlichkeit soll darüber unverzüglich unterrichtet werden.

Letzter Vogelgrippe-Fall in Berlin im vergangenen Winter

Das Virus vom Subtyp H5N1 ist in den vergangenen Wochen mehrfach bei Wildvögeln und Nutzgeflügel in Deutschland und Europa festgestellt worden. In Berlin trat die Geflügelpest zuletzt im Winter 2020/2021 bei 20 Wildvögeln und in einem Hausgeflügel-Bestand auf. Von März bis Mitte Mai 2021 hatten daraufhin alle Berliner Geflügelhalter ihre Tiere ausschließlich in Ställen zu halten.

Die Geflügelpest – auch Vogelgrippe genannt – kann von Tier zu Mensch übertragen werden. Der derzeit meist auftretende Virustyp H5N1 ist in Einzelfällen auch auf den Menschen übertragen worden und hat nach Angaben des Senats teils zu schweren Erkrankungen geführt. Die Weitergabe von Mensch zu Mensch sei aber bislang noch nicht nachgewiesen worden.

Keine toten oder kranken Tiere anfassen, keine Federn sammeln

Der Senat fordert alle Spaziergänger und Passanten in Berlin auf, aufmerksam zu sein. In einem Aufruf heißt es: „Wer tote Wasser-, Raben- oder Greifvögel findet, sollte den Fund der zuständigen Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Bezirks melden, damit eine Untersuchung veranlasst werden kann. Kranke oder verendete Tiere sollten auf keinen Fall angefasst, auch Federn sollten nicht gesammelt werden.“ Kleinere Singvögel und Tauben gelten als nicht besonders anfällig für den Geflügelpest-Erreger. Geflügelhalter werden gebeten, ihre Tiere von nun an vor dem Kontakt mit Wildvögeln zu schützen.

In Brandenburg sind in den vergangenen Wochen bereits mehrere Fälle nachgewiesen worden. Auch Geflügelmastanlagen waren betroffen. Dort mussten Tausende Tiere vorsorglich getötet werden – meist waren es Puten.