Ein Streit zwischen dem Pfarrer der französisch-katholischen Gemeinde in Berlin und einem Mann endete mit einem Toten. Der 54-jährige Priester wurde nach Informationen dieser Zeitung mit einem Regenschirm so schwer Kopf verletzt, dass er an den Folgen der Attacke starb. Zum Täter gibt es bislang keine näheren Informationen.

Gegen 23 Uhr wurden Polizisten am Donnerstag in die Charlottenburger Schillerstraße gerufen, nachdem Zeugen einen lauten Streit in französischer Sprache zwischen zwei Männern aus Büroräumen wahrgenommen hatten, sagte ein Polizeisprecher. Am Tatort fanden die Polizisten einen leblosen Mann.

Opfer „Papa Alain“

Bei ihm handelt es sich um Pfarrer Alain Florent G. Der Mann, den in seiner Gemeinde alle „Papa Alain“ nannten, wurde 1963 in der Republik Kongo geboren. Dort begann er seine Priesterausbildung, dort wurde er auch zum Priester geweiht. Danach arbeitete er als Pfarrer in Afrika und Frankreich, bevor er Oberhaupt der französisch-katholischen Gemeinde in Berlin wurde. „Er hat sich rührend um uns gekümmert“, sagt eine 40-jährige Frau aus der Gemeinde.

Gegen 12 Uhr Mittag stürmten die Fahnder der Mordkommission dann ein Wohnhaus in Reinickendorf. Auf dem Dachboden habe man „einen Mann festgenommen, bei dem es sich mutmaßlich um den Täter handelt“, hieß es. Der Mann sei 26 und stamme aus Kamerun, so die Beamten. Der Tatverdächtige soll am Sonnabend dem Haftrichter vorgeführt werden.

Warum es zu dem Streit und der offenbar daraus resultierenden Tötung kam, wird nun von Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelt.

Das Erzbistum Berlin teilte am Freitag mit: „Wir trauern um den Pfarrer der Gemeinde.“ Am Sonntag (11 Uhr) soll in einem Gottesdienst in der Charlottenburger St.-Thomas-von-Aquin-Kirche an den 54-Jährigen erinnert werden.