Potsdam - Ronny Ziesmer wirbt für barrierefreien Tourismus. Der 33-jährige Cottbusser, der zuletzt für das ZDF als Experte bei den Olympischen Spielen in London im Einsatz war, werde mit öffentlichen Auftritten die märkischen Reise- und Freizeit-Angebote für Menschen mit Behinderungen vorstellen.

Ronny Ziesmer war 2003 deutscher Meister im Mehrkampf und verunglückte 2004 bei den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele in Athen schwer. Der frühere Sportsoldat der Bundeswehr ist seitdem querschnittgelähmt. Seit 2008 betreibt Ziesmer als Handbiker wieder Leistungssport.

Brandenburg soll für behinderte und ältere Menschen in allen Regionen ohne störende Hindernisse touristisch erlebbar werden. Dafür sollen zum Beispiel Kopfsteinpflaster verschwinden und Hotelbäder für Rollstuhlfahrer ohne Komplikationen nutzbar werden. „Barrierefreiheit soll keinen Nischencharakter an wenigen Orten haben“, erklärte Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) am Dienstag auf einer Branchenkonferenz mit Touristikern, Politikern, Architekten und Verkehrsverbänden.

1000 Freizeitangebote

Dass Brandenburg bereits auf einem guten Weg ist und schon jetzt eine Vorreiterrolle einnimmt, bestätigte auch Claudia Gille vom Deutschen Tourismusverband. Zwei von acht deutschen Referenzregionen für Urlaub im Rollstuhl oder Leute mit einem anderen Handicap befinden sich hier. Das Ruppiner Seenland und die Lausitz würden einen vorzüglichen Ruf genießen. Landesweit gebe es bereits 1 000 entsprechende Freizeit- und Tourismusangebote.

Allein in Brandenburg leben 335 000 Menschen mit Behinderungen. Dazu kommen 400 000 über 70 Jahre. Zudem gibt es etwa 97 000 Kinder unter fünf Jahren. „Diese Klientel ist ein wirklicher Wirtschaftsfaktor“, so Christoffers. (epd, dpa)