Potsdam - Brandenburg will mit Preußen zurück in die Zukunft. Eine vorläufige Bilanz des Friedrich-Jubiläumsjahres hat ergeben, dass historische Themen Besucher in Scharen anlocken – nicht nur nach Potsdam, sondern auch in entlegenere Regionen des Landes, in denen der Preußenkönig Spuren hinterlassen hat. Tourismusbranche und Kulturinstitutionen, die zum 300. Geburtstag Friedrichs II. eng zusammengearbeitet haben, hoffen nun darauf, dass der Erfolg von Dauer sein wird.

Allein die Ausstellung „Friederisiko“ im Neuen Palais von Sanssouci zog knapp 350.000 Gäste an, wie der Chef der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG), Hartmut Dorgerloh, zum Abschluss gestern sagte. Etwa jeder siebte Besucher sei aus dem Ausland gekommen, vor allem den Niederlanden, Polen, Russland und Österreich. Der große Anklang sorgte dafür, dass Eintritt und Katalogverkauf gut die Hälfte der sechs Millionen Euro „Friederisiko“-Kosten deckten.

Viele Gäste wollen wiederkommen

Dazu habe die Ausstellung ein neues Bild Friedrichs des Großen geschaffen, sagte ihr Kurator Jürgen Luh: Das eines Monarchen, der bewusst Regeln brach und sich selbst inszenierte, der weniger arbeitete und mehr aß als bisher angenommen. Überdies, so Luh, sei Friedrich II. deutlich bekannter geworden, auch darauf sei er stolz.

Diese Bekanntheit des alten Königs und Preußens Faszinationskraft sollen weiter genutzt werden. Die Zahl der touristischen Übernachtungen steige 2012 in Potsdam um 14 Prozent auf rund eine Million und in ganz Brandenburg um vier Prozent, sagte Dieter Hütte vom Tourismusmarketing. Und viele der Gäste wollten wiederkommen. Dorgerloh setzt für das kommende Jahr auf Jubiläen wie das des „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. und der Bildergalerie am Schloss Sanssouci.

Andere Teile Brandenburgs haben weniger stark vom Friedrich-Boom profitiert, aber auch dort ist man zufrieden. Viele Museen hätten 2012 ihre Besucherzahl verdoppelt, sagte René Granzow vom Netzwerk Kulturland Brandenburg: „Die Verbindung von Kultur und Tourismus hat funktioniert.“ Auch künftig werde Preußen ein Thema sein.