Es werden immer mehr: Zum zehnten Mal in Folge meldet Berlin einen Rekord bei den Tourismuszahlen. Im vergangenen Jahr wurden 11,3 Millionen Gäste in den Hotels und Herbergen der deutschen Hauptstadt gezählt – 4,4 Prozent mehr als im Jahr davor. Sie buchten 26,9 Millionen Übernachtungen, was einem satten Plus von 8,2 Prozent entspricht. Burkhard Kieker, Geschäftsführer von VisitBerlin und damit Berlins oberster Tourismus-Werber, hat zwar schon Routine im Rekorde-Vermelden. Dennoch wirkte er am Donnerstag begeistert: „Das ist ein sensationelles Ergebnis.“ Im Laufe von zehn Jahren habe sich die Zahl der Übernachtungen mehr als verdoppelt.

Außerordentlich beliebt bei Briten

„Berlin wirkt wie ein Magnet auf Menschen aus aller Welt“, unterstrich Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU). Die Stadt habe sich fest unter den Top drei Reisezielen in Europa etabliert, nach London und Paris. Auch als Tagungs- und Kongress-Stadt sei sie erfolgreich. 2013 kamen 10,6 Millionen Fachbesucher (plus 1 Prozent). 63 Prozent der Veranstaltungen waren nur eintägig. Doch immerhin rund ein Viertel aller Hotelübernachtungen wurde von Kongressteilnehmern gebucht.

Mehr als die Hälfte der registrierten Berlin-Besucher kam aus Deutschland (57,1 Prozent). Knapp 43 Prozent (4,3 Millionen) reisten aus dem Ausland an. Das waren 5,1 Prozent mehr als 2012. Vor allem bei den Briten gilt Berlin offenbar tatsächlich als „the place to be“, wie der Werbeslogan der deutschen Hauptstadt verspricht. Sie stellten 2013 die größte ausländische Besuchergruppe: 450 600 Briten kamen, 10,9 Prozent mehr als im Vorjahr, und buchten 1 187 100 Übernachtungen (plus 18,4 Prozent). Außerordentlich beliebt war Berlin auch bei US-Amerikanern, Niederländern und Italienern.

Der Anteil an internationalen Übernachtungsgästen sei so hoch wie nie zuvor, sagte Kieker. Dennoch attestierte er Berlin in diesem Bereich noch Nachholbedarf, vor allem bei Gästen aus dem außereuropäischen Ausland.

Doch um Ferntouristen zu gewinnen, brauche es gute Flugverbindungen, so Kieker. Ein Grund, warum Berlin beispielsweise bei den Briten so beliebt sei, seien die vielen günstigen Direktflüge nach Großbritannien. Zum Dauer-Problemfall BER wollte sich Kieker nicht äußern. Er machte aber klar: Berlin benötige ausreichend Flugkapazitäten, sonst werde das Wachstum im Tourismus leiden.

Dass die Besucherzahlen ansonsten weiter klettern werden, bezweifelte Kieker nicht. „Im Ausland ist der Nimbus von Berlin sagenhaft“, sagte er. Das Interesse an aktuellen Entwicklungen sei groß, etwa am Comeback der City-West. Ein Highlight des Jahres werde die David-Bowie-Ausstellung sein, die im Mai beginnt. Ansonsten steht das Thema „25 Jahre Mauerfall“ im Fokus der Tourismus-Werber. Zentral sei dabei die Frage: „Was haben die Menschen aus dieser Stadt gemacht?“ Ein besondere Attraktion werde im November die geplante Licht-Installation entlang des früheren Mauerverlaufs sein. Mit Ballons soll von der Bornholmer Straße bis zum Treptower Park eine Linie gezogen werden.