Berlin - Wie lässt sich braunes Gedankengut am besten bekämpfen? Mit Farbe, Glitzer und Glamour! Das dachten sich Berlins Travestie-Künstler – und riefen die Protest-Aktion „Travestie für Deutschland“ (TfD) ins Leben. Sie nehmen die Wahlplakate der AfD aufs Korn, machen gegen die Partei mobil.

„Wenn einer von euch AfD wählt, schmink ich euch kaputt.“ – „Lieber Seide und Brokat als dumme Nazis im Senat.“ – „Populisten sind so Berlin, 1945.“ Mit Wahlplakaten mit Sprüchen wie diesen macht die Kunst-Aktion „Travestie für Deutschland“ derzeit gegen die Ansichten der AfD mobil.

Jacky-Oh Weinhaus, Absinthia Absolut und Bambi Mercury

Hinter dem Projekt stecken mehrere Berliner Travestiekünstler, darunter Jacky-Oh Weinhaus, Absinthia Absolut und Bambi Mercury. Die Initiatoren vermissen vor allem die Auseinandersetzung der etablierten Parteien mit der AfD, sagte Mit-Gründer Alexander Winter in einem Interview. „Die lassen das einfach laufen. Dabei steht die AfD unserer Auffassung nach klar außerhalb des demokratischen Konsenses. Da wollten wir etwas tun.“

Seit vergangenem Wochenende sind die Plakate im Netz zu sehen. Die Resonanz: riesig. „Die Kampagne schlägt ein wie ein Blitz – und das freut uns sehr“, sagt Travestie-Star Jurassica Parka. Sie gehört zum Projekt, ließ sich für eines der frechen Plakate ablichten, mit dem Spruch „Frauke Petry find ich doof. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.“

Angst und Fremdenhass etwas entgegensetzen

„Die Kampagne ist natürlich sehr plakativ – aber sie bildet das, was wir sagen wollen, gut ab. Angst und Fremdenhass muss man immer etwas entgegensetzen. Gerade in globalisierten Zeiten ist es falsch, sich als Land abschotten zu wollen“, sagt sie.