Berlin - In den letzten Jahren wird es immer deutlicher. Der Trend geht zum Kleingarten. Das eigene kleine grüne Reich hat längst sein Spießer-Image verloren und auch immer mehr junge Menschen sehnen sich nach der Laube unterm Apfelbaum. Es wird also in absehbarer Zeit mehr Gartenfläche brauchen. Schon jetzt säen, harken, pflanzen und pflücken in Deutschland schon fast eine Million Pächter in etwa 15.000 Kleingartenvereinen.

Und diese Laubenpieper betreiben ihre Leidenschaft auf deutschlandweit etwa 460 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Berlin hat eine Fläche von 890 Quadratkilometern oder anders gesagt, quasi halb Berlin ist ein Garten … na nicht ganz aber immerhin.

71.473 Kleingärten in Berlin

Aber rund 3000 Hektar sind es dann schon, auf denen 71.473 Berliner Gärten in 890 Kleingartenanlagen (Stand Mai 2018) bewirtschaftet werden. Damit ist die Hauptstadt Spitzenreiter im Gemeinderanking. Weit abgeschlagen landen dann die Sachsen in Leipzig auf Platz 2. Dort wird auf 41.000 Parzellen gegärtnert. Platz 3 in Sachen Gartenleidenschaft geht an die Nordlichter in Hamburg. Die City an der Elbe leistet sich immer noch 36.000 Kleingärten.

Über 30 Euro pro Quadratmeter

Aber alles Schöne hat seinen Preis. Das beginnt schon bei den Wartezeiten. In der Hauptstadt stehen allein 12.000 Bewerber auf den Wartelisten der Kleingartenvereine. Und sie bleiben dort in der Regel zwischen 3 und 5 Jahre. Und wenn dann endlich der große Tag da ist, kann es recht teuer werden. Denn pro Quadratmeter Berliner Gartenfläche werden locker mal über 30 Euro Übernahmegebühr fällig. Bei einer Durchschnittsfläche von 407 Quadratmeter eines Berliner Kleingartens ein Stange Geld.

Mit diesen Preisen liegt Berlin leider auch ziemlich weit vorn. Nur in Bayern ist die Übernahmegebühr noch höher (41 Euro). In Sachsen-Anhalt zahlen Kleingärtner dagegen wird der Geldbeutel angehender Radieschenzüchter geschont. Nur etwas über vier Euro zahlt man hier für den Quadratmeter eigenes Grün.

Kostenfaktoren Gartenpacht und Nebenkosten

Mit dem Übernahmepreis allein ist es allerdings nicht getan: Pro Jahr muss man noch mit durchschnittlichen Ausgaben von 166 Euro für die Gartenpacht rechnen. Dieser Betrag variiert allerdings sehr stark in den verschiedenen Gemeinden.

Die Pacht umfasst die Nutzungsgebühr des Gartens, nicht aber andere Kosten wie Mitgliedsbeiträge, Strom, Wasser oder Versicherung. Die zuständige Berliner Senatsverwaltung gibt die laufen Kosten mit ca. 500 Euro pro Jahr an.

Der Weg zum eigenen Kleingarten

Kleingärten in Berlin werden durch die jeweiligen Bezirksverbände der Kleingärtner verpachtet. Daher muss man sich bei Interesse an einem Kleingarten direkt bei dem im gewünschten Bezirk ansässigen Bezirksverband bewerben. Ganz am Anfang könnte auch ein Blick ins Internet lohnen. Denn manche Bezirksverbände bieten freie Parzellen auf ihren Webseiten an. (Red.)