Berlin - Schlechte Nachricht für Freunde von Bratwurst und Nackensteaks: Nach dem Grillverbot im Großen Tiergarten in Mitte untersagt nun auch Treptow-Köpenick das Grillen im Treptower Park. Das Verbot gilt ab 1. April 2012. „Wir ziehen aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre die Konsequenzen“, sagt Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD).

Bisher hatten die Mitarbeiter des Grünflächenamtes nach einem Grillwochenende tagelang mit den Folgen dieser Partys zu tun. Parkbesucher hatten Äste von Bäumen abgebrochen, sie brauchten Feuerholz, überall lag Müll. „Montagmittag beschwerten sich Anwohner, warum es im Park immer noch so schmutzig aussieht“, sagt Igel.

Das Verbot begründet er mit den knappen finanziellen Mitteln. „Wir sind nicht gegen das Grillen, können aber immer weniger Geld für die Pflege von Grünflächen ausgeben.“ Igel verweist Griller auf die Wiese am Schlesischen Busch. Doch wenn es dort dieselben Probleme wie im Park gebe, könnte es ein weiteres Grillverbot geben.

Charlottenburg-Wilmersdorf hat ein Herz für Griller

In Mitte hatten SPD und CDU im November 2011 das Grillen im Großen Tiergarten verboten. 300 000 Euro kostete die Müllbeseitigung jedes Jahr. In Spandau, Neukölln, Marzahn-Hellersdorf und Reinickendorf gibt es schon lange keine Grillplätze mehr. Nachbarbezirke rechnen nun damit, dass noch mehr Menschen in ihre Parks zum Grillen kommen, sei es im Mauerpark, im Görlitzer Park und im Friedrichshain.

Bis zu 50.000 Menschen ziehen an manchen Tagen in den Mauerpark. Sie feiern, grillen und lassen ihren Abfall liegen. „Ein Grillverbot würde den Park auch nicht sauberer machen. Wir könnten es auch nicht durchsetzen“, sagt Stadtrat Torsten Kühne (CDU). Mitglieder der Initiative „Freunde des Mauerparks“ versuchen es anders: Sie wollen Besucher in diesem Jahr auf die Regeln hinweisen. Die Grillplätze im Park liegen alle bei den Müllcontainern.

Im Görlitzer Park stehen spezielle Ascheeimer aus Blech. Dorthinein sollen Griller glühende Kohle kippen, nicht ins Gebüsch. „Wenn sich alle daran halten, gibt es kein Grillverbot“, sagt Hans Panhoff (Grüne), Stadtrat in Friedrichshain-Kreuzberg. Im Friedrichshain und am Blücherplatz ist Grillen weiter erlaubt. Die Erlaubnis wird aber nicht ausgeweitet, etwa auf den Park am Gleisdreieck.

Ein Herz für Griller hat Charlottenburg-Wilmersdorf. Dort soll es bald neue Grillplätze geben, etwa im Sömmeringpark, im Jungfernheidepark und im Ruhwaldpark, sagt Stadtrat Marc Schulte (SPD). Die Pflege von Grillflächen sei allerdings fünfmal so teuer wie von anderen Flächen. Gute Erfahrungenen hat die Grün Berlin GmbH gemacht, die für das einstige Flugfeld in Tempelhof zuständig ist. Dort gibt es drei Grillflächen. Die Müllcontainer werden sogar sonntags geleert.

Eine offizielle Senats-Übersicht aller Grillplätze in Berlin finden Sie hier.

Unser Leser Jakob Sonnenberg hat außerdem eine Google-Karte der Grillplätze zusammengestellt.