Berlin ist eine Flohmarktstadt, man kann es nicht anders sagen. An jedem Wochenende strömen Tausende über die Flohmärkte dieser Stadt und erstehen Tand und Trödel, Billiges und Hochwertiges.

Dabei gibt es eigentlich nichts, was auf den Flohmärkten nicht angeboten wird: Klamotten, Bücher, Bilder, Platten, DVDs, Comics, Geschirr, Kunst und Schmuck sind nur die grundlegenden Dinge eines jeden Flohmarktangebots. Für eine kleine Übersicht haben wir ein paar der beliebtesten Trödelmärkte Berlins zusammengestellt.

1. Kreuzberg: Trödelmarkt am Marheinekeplatz

Direkt hinter der vor ein paar Jahren grundsanierten Marheineke-Markthalle findet an jedem Wochenende ein Flohmarkt statt. Der Trödelmarkt am Ende der Bergmannstraße geht einmal rund um den Marheinekeplatz und ist eine klassische Fundgrube: Eine große Auswahl an Klamotten, Geschirr und Kunsthandwerk findet sich dicht beieinander. Dazu die besonders beliebten Stände mit Schallplatten, antiken Drucken und Schaubildern.

Drumherum findet sich ein ordentliches gastronomisches Angebot und in der Markthalle gibt es fantastischen Kaffee und köstliches Essen von italienisch bis zum französischen Käsehändler (Tipp!). Am Sonnabend ist es zudem nicht weit zum Wochenmarkt am Chamissoplatz oder dem nur ein paar Gehminuten entfernten Südstern.

Trödelmarkt Marheinekeplatz, Samstags von 10 bis 16 Uhr, Sonntags 11 bis 17 Uhr


2. Neukölln: Maybachufer

Der Trödelmarkt am Landwehrkanal hat sich innerhalb der vergangenen Jahre zu einem der angesagtesten Flohmärkte der Stadt entwickelt und läuft unter der Bezeichnung „Nowkölln“ vielen anderen Märkten den Rang ab, was junges und hippes Publikum anbelangt.

Gründer Michael Groß hat den Markt gemeinsam mit dem mittlerweile nicht mehr existierenden Trödel in den Prinzessinnengärten am Moritzplatz ins Leben gerufen und versammelt alle zwei Wochen eine große Auswahl an verschiedensten Trödlern entlang des Ufers von der oberen Hälfte fast am Kottbusser Damm bis zum unteren Teil des Maybachufers. Angeboten wird, was gefällt. Wenn man etwas verkaufen will, dann sollte man über die Seite nowkoelln.de rechtzeitig einen Stand reservieren. Das gastronomische Angebot ist ein Hammer und reicht vom klassischen Crêpes-Stand bis zur veganen Falafel.

Nowkölln, Maybachufer, jeden zweiten Sonntag. Nächster Markt am 26. Juni 2022.


3. Prenzlauer Berg: Mauerpark

Im Ausland sicherlich der bekannteste Trödelmarkt Berlins, zieht der Flohmarkt im Mauerpark jeden Sonntag tausende Besucher in den Ostteil der Stadt, auch zum Leidwesen der Anwohner.

Auf der großen Fläche unweit der Bernauer Straße finden sich jeden Sonntag Amateurtrödler ein, um den Mauerpark für ein paar Stunden zu einem wochenendlichen Woodstock zu machen, mit Spiel, Spaß und dem legendären Karaoke im Mauerpark. Menschen aus der ganzen Welt kommen hier zusammen, ums Kaufen geht es auch, wohl aber mehr um die Freude, in Berlin den Sonntag gemeinsam genießen zu können.

Markt im Mauerpark, jeden Sonntag 10 bis 18 Uhr.

Imago Images
Crêpes und Touris, Tand und Trödel. Und natürlich Karaoke: Flohmarkt im Mauerpark an der Bernauer Straße.

4. Mitte: Kunstmarkt an der Museumsinsel

Kein klassischer Trödelmarkt, wohl aber eine luftige Abwechslung zum Museumsbesuch ist der Kunstmarkt an der Museumsinsel und führt im Kleinen weiter, was das Bodemuseum im Großen zu bieten hat: Kunst, hier aber als Kunsthandwerk. Seit mehr als drei Jahrzehnten bietet der Berliner Kunstmarkt an der Museumsinsel regionalen und internationalen Künstlern, Kunsthandwerkern und Designern eine regelmäßige Veranstaltung, bei der sie den direkten Kontakt zum Publikum finden und ihre Arbeiten verkaufen können.

Mit der prächtigen historischen Kulisse an der Museumsinsel und unweit der Friedrichstraße ist der Kunstmarkt auch für Berlinerinnen und Berliner ein Anzugspunkt.

Kunstmarkt an der Museumsinsel, Samstag und Sonntag von 11 Uhr bis 17 Uhr

Imago Images
Unter den Augen der Nofretete und mit Blick aufs Weltkulturerbe: der Kunstmarkt an der Museumsinsel.

5. Karlshorst: Trabrennbahn

„Vielfalt und Stimmung nicht zu schlagen“, „Raritätenfaktor sehr hoch“, „gehobene Trödelkultur par excellence“ – die Onlinebewertungen zum Antikflohmarkt an der Trabrennbahn in Karlshorst überbieten sich mit Superlativen und Lobeshymnen. Und tatsächlich ist das Angebot der rund 500 Stände auf 25.000 Quadratmetern überaus reichhaltig und für Flohmarktverhältnisse ungewöhnlich gut sortiert. Wahre Schätze lassen sich hier finden – gerade auch solche aus Zeiten der DDR –, feilgeboten werden sie draußen auf dem Freigelände und drinnen in der Tribünenhalle.

Imago Images
Der Antikflohmarkt ist ziemlich gut sortiert: Hier hat ein Stand seinen Fokus offenbar auf Messing gelegt.

Wer nun Feuer und Flohmi-Flamme ist und am liebsten gleich am kommenden Wochenende in die nächste S-Bahn springen will, sei allerdings gewarnt: Der Trödel findet nur am ersten Samstag und Sonntag jedes Sommermonats statt. Und: Hier wird es gern mal voll, denn der Markt ist auch weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Antikflohmarkt Trabrennbahn Karlshorst, Treskowallee 129, jedes erste Wochenende im Monat


6. Mitte: Arkonaplatz

Für viele Berliner ist der Flohmarkt am Arkonaplatz der Beste der Stadt. Das liegt zum einen am schönen Ambiente, das der Platz in der Rosenthaler Vorstadt verströmt: Hier stöbert man in entspannter Atmosphäre im Schatten großer Lindenbäume, auch an warmen Sommertagen ist der kleine Markt lange nicht so überlaufen wie der am Mauerpark. Kinder lieben den großen Spielplatz, Erwachsene das alte Toilettenhäuschen und den historischen Brunnen in Form einer gusseisernen Handpumpe.

Imago
Hier kann man noch echte Schätze erstehen: der Flohmarkt am Arkonaplatz.

Seit 1990 treffen sich am Arkonaplatz jeden Sonntag Trödler und Händler, die neben Antiquitäten, Kunsthandwerk, Büchern, Tonträgern, Möbeln und Krimskrams auch viele Produkte aus der ehemaligen DDR anbieten. Wer ausgiebig stöbert, kann hier wirklich noch echte Schätze erstehen. An traditionsreicher Stelle übrigens: Schon Heinrich Zille hielt das rege Markttreiben auf dem Arkonaplatz 1912 in einem seiner Bilder fest.

Trödelmarkt Arkonaplatz, Sonntag 10 bis 16 Uhr


7. Friedrichshain: Boxhagener Platz

Längst ist der Flohmarkt am Boxhagener Platz eine Hipsterzone geworden, wo Sehen und Gesehenwerden zentrale Bestandteile des Marktbummels sind. Im beliebten und belebten Simon-Dach-Kiez sind auch viele Touristen unterwegs, bei Instagram posten sie fancy Bilder mit den von ihnen erstandenen Stillleben, Sonnenbrillen und Schuhen.

Am „Boxi“ bieten private Verkäufer und gewerbliche Händler an zahlreichen Ständen rund um die zentrale Grünfläche Hausrat, Bücher, Kunst, Design, Mode, Secondhand, Taschen und Vinyl an. Imbissstände versorgen hungrige Besucher, rund um den Platz gibt es dann auch nochmal reichlich Gastronomie.

Flohmarkt am Boxhagener Platz, Sonntag 10 bis 18 Uhr


8. Treptow: Arena-Gelände

Ein echtes Flohmi-Trüffelschwein findet natürlich immer was. Selbst zwischen den höchsten Bergen an Elektroschrott und abgetragenen Second-Hand-Jeans erschnüffelt es kompetent verborgene Schätze und wertvolle Raritäten. Oder zumindest etwas, das ihm, dem Vintage-begeisterten Rüsseltier, besonders gut gefällt. Und für genau solch emsige Flohmarkt-Fans ist der Hallenflohmarkt an der Arena gemacht: Auf üppigen 3000 Quadratmetern türmen sich die abgelegten Kostbarkeiten und ulkigen Absurditäten auf – „besonders aufgeräumt ist der Hallentrödelmarkt aber nicht“, wird auf einem Berlin-Portal gewarnt.

Imago Images
Auch bei Regenwetter trockenen Fußes über den Flohmi flanieren: In Treptow ist das möglich.

Dafür gibt es auf der Eichenstraße 4 in Treptow quasi alles, was man auf einem Trödel gemeinhin suchen könnte: Möbel, Lampen, Gemälde, Elektrogeräte, Kleidung, Schuhe, Uhren, Schmuck, Autoreifen, Hausrat, Krimskrams. Und das Beste: Vom Wetter ist das wurschtelige Wochenend-Vergnügen nicht abhängig, befindet sich der Hallenflohmarkt eben dort – in einer Halle.

Hallenflohmarkt an der Arena Eichenstraße 4, Treptow, Samstag und Sonntag 10-18 Uhr