Berlin - Auch wenn das Umweltbundesamt die geplante Flugroute über dem Großen Müggelsee für „problematisch“ hält: Das Bundesverkehrsministerium geht davon aus, dass die umstrittene Planung verwirklicht wird. „Keiner will, dass über dem Müggelsee geflogen wird. Es gibt aber objektive Probleme, die man nicht wegdiskutieren kann“, sagte Staatssekretär Klaus-Dieter Scheurle am Mittwoch. Doch die Bürger lassen nicht locker. „Aus unserer Sicht bleibt die Müggelsee_Route eine rechtswidrige Planungsvariante“, so Ralf Müller von der Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI). Er hält es für wahrscheinlich, dass Betroffene klagen werden.

So viel steht fest: Der Streit um die Flugrouten geht weiter. Daran kann auch die „lärmfachliche Bewertung“, die das Umweltbundesamt zum Plan der Deutschen Flugsicherung (DFS) erstellt hat, nichts ändern. Zwar stellt sich die oberste Umweltbehörde meist auf die Seite der Lärmbetroffenen. So bewertet es die Entscheidung für den Standort Schönefeld skeptisch und beklagt den „Vertrauensverlust“, der Folge der erst 2010 öffentlich gewordenen Änderung der Routenplanungen war. Doch beim Streitthema Müggelsee-Route bietet das Gutachten sowohl den Befürwortern als auch Kritikern der Pläne Munition.

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So lobte Scheurle, dass das Amt das „Dilemma“ der Flugroutenplaner erkannt hätte. Diese müssten von den Vorgaben ausgehen, die der Planfeststellungsbeschluss für den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) enthält. So sollen von beiden Bahnen gleichzeitig Flugzeuge starten dürfen, damit möglichst viele Flüge abgefertigt werden können. Ein solcher „unabhängiger Betrieb“ erfordert aber die Einhaltung von Abstandsregeln, die Routenplanern Einschränkungen auferlegen. Wenn statt über dem Müggelsee über den Gosener Wiesen geflogen würde, wäre es nicht möglich, Zeuthen weiter zu entlasten, so Scheurle. Zudem würde Erkner dann nicht nur durch landende, sondern auch durch mehr startende Flugzeuge belastet.