In Berlin wird gebaut. 
Foto: Sabine Gudath

Berlin Trotz des Mietendeckels haben private und öffentliche Bauherren in Berlin zu Jahresbeginn laut Statistik etwas mehr Wohnungen geplant als im Jahr zuvor. Im ersten Quartal 2020 genehmigten die Bauaufsichtsbehörden des Landes Bauvorhaben für rund 5300 Wohnungen, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg am Montag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei das ein Zuwachs von rund zehn Prozent. 

Die meisten der in der Hauptstadt geplanten Wohnungen (4588) sollen neu gebaut werden. Rund 730 Wohnungen sollen in bereits bestehenden Gebäuden entstehen, zum Beispiel durch den Ausbau von Dachgeschossen. Das sind laut Statistikamt ein Fünftel mehr im als Vergleichszeitraum.

Am meisten Wohnungen sollen in den Bezirken Marzahn-Hellersdorf (1563) und Spandau (840 Genehmigungen) entstehen. Schlusslichter sind Friedrichshain-Kreuzberg mit 16 und Neukölln mit 37 genehmigten Wohnungen.

Ein Argument der Kritiker des Mietendeckels  war die Sorge, dass durch die Regulierung der Mieten in bestehenden Wohnungen das Interesse der Immobilienwirtschaft nachlassen könnte, neue Mietwohnungen in Berlin zu bauen. Für neu errichtete Wohnungen ab Baujahr 2014 gilt der Mietendeckel jedoch nicht. Die jetzt präsentierten Zahlen zeigen, dass sich die Sorgen vor negativen Folgen des Mietendeckels zumindest zu Beginn dieses Jahres nicht bewahrheitet haben. 

In Berlin werden pro Jahr rund 20.000 neue Wohnungen benötigt, um den Bedarf der wachsenden Hauptstadt zu decken. Die Zahl der genehmigten Neubauwohnungen liegt seit Jahren darüber. Das Problem: Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen liegt deutlich unter 20.000  pro Jahr. Unter anderem, weil die Baukapazitäten begrenzt sind. Bis Ende 2018 waren laut dem kürzlich veröffentlichten Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin rund 64.000 Wohnungen genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt.  (BLZ)