Strom sparen – und trotzdem Köstliches kochen und backen

Leserin Kathrin M. Lauter hat uns ein Backrezept geschickt – für Schüttelkuchen. Man spart dabei schüttelnd Energie! Ein weiterer Trick: Nachwärme für Pasta!

Nudeln rein, Deckel drauf – so geht energiesparendes Kochen.
Nudeln rein, Deckel drauf – so geht energiesparendes Kochen.imago

Strom sparen ist zum Partythema avanciert, als Verschwender gilt, wer noch Vollbäder – womöglich heiß! – nimmt. Waschlappen sind jetzt das neue Duschen. Als Avantgardisten bewundert man diejenigen, die Neues in die Tipp-Debatte, die inzwischen eher langweilt, bringen: Mit dem Thema Nachwärme beeindrucke ich allerdings noch. Ich kam beim Apfelmuskochen drauf.

In einem Rezept aus dem Buch „Das elektrische Kochen“ von 1966 las ich nämlich: klein geschnittene Äpfel mit Wasser und Zitronenschale ankochen und etwa 10 Minuten in der Nachwärme mit geschlossenem Deckel fertiggaren. So lange bleibt das Gargut heiß? Davon hatte mir der Starkoch Yotam Ottolenghi nie erzählt! Misstrauisch probierte ich es aus und war entzückt – funktioniert perfekt. Die Hitze hält sich.

Ich staune. Aber noch mehr, als ich mit der Kollegin B. über meine frischen Erkenntnisse spreche. Sie steuert bei, dass man mit dem Nutzen von Nachwärme bis zu 47 Prozent der Energie einsparen könne. Das hat sie in einem taz-Artikel gelesen, der von einer temperamentvollen Pasta-Debatte in Italien berichtete. In die hat sich selbst Physiknobelpreisträger Giorgio Parisi eingemischt. Schließlich handelt es sich um das Nationalgericht. Das hat würdevolle Diskussionen am Herd verdient.

Vom Nutzen der Nachwärme beim Pastakochen

Laut dem Bericht geht energiesparendes Pastakochen so: Wasser mit Deckel zum Kochen bringen, salzen, Nudeln rein, zwei Minuten kochen lassen. Deckel drauf, Strom- oder Gasflamme aus- oder auf Minimum runterschalten, etwa zwei Minuten länger drin lassen, als die Kochanweisung besagt.

Etwa zeitgleich mailte Leserin Kathrin M. Lauter an unsere Redaktion ihren Beitrag  zur allgemeinen Spar-Debatte. „Schüttelkuchen, stromsparend nur mit Rührlöffel, Quirl und Schlagbesen hergestellt, ist auch eine Alternative.“

Sie mischt 300 Gramm Weizenmehl mit 3 gestrichenen Teelöffeln Backpulver, siebt alles in eine verschließbare Schüssel, gibt 200 Gramm Zucker, 2 Packungen Vanillezucker, 1 gestrichenen Teelöffel Zimt, 1 Prise Salz, Abrieb einer Biozitrone, 3 Eier, 2 Esslöffel Zitronensaft, 200 Gramm zerlassene abgekühlte Butter, 125 Milliliter Möhrensaft dazu. „Deckel drauf, 30 Sekunden kräftig schütteln, 250 Gramm fein geriebene Möhren, 200 Gramm nicht abgezogene Mandeln zugeben, alles mit Rührlöffel sorgfältig durchrühren. Teig auf gefettetes Backblech geben, glatt streichen, rein in den Backofen. 30 Minuten bei 180 Grad backen.“ Nach dem Abkühlen verrührt sie für den Guss 200 Gramm Puderzucker, 2 Esslöffel Rum, 1 Esslöffel Wasser.

Grundsätzlich bäckt Frau Lauter Zutaten mit kurzer Backzeit, „auch Gefäß und Form sind entscheidend. Küchlein im Glas dauert fast doppelt so lange wie in Silikonform.“ Pfiffig muss man sein.