Während der Bahnkonzern einen Gewinnrückgang verkraften muss, erwartet sein wichtigstes Berliner Tochterunternehmen einen weiteren Gewinnsprung. Im vergangenen Jahr ist der Überschuss, den die S-Bahn Berlin GmbH an die Deutsche Bahn (DB) abführte, erneut gestiegen – um 10,9 Millionen auf 54,2 Millionen Euro. „Die S-Bahn ist ein Erfolgsmodell“, freute sich S-Bahn-Chef Peter Buchner, als er im Frühjahr die Bilanzzahlen für 2014 feststellte. Für 2015 wird mit noch besseren Zahlen gerechnet.

Die Hauptstadt wächst, immer mehr Menschen kommen als Touristen hierher oder bleiben als Neubürger da – und die wenigsten bringen ihr Auto mit. Folge: Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der Fahrten, die mit der S-Bahn zurückgelegt wurden, um drei Prozent zu – auf 414 Millionen. Die Fahrgelderlöse stiegen um 19 Millionen auf 393,4 Millionen Euro, die Zahl der Stammkunden wuchs auf 206.000 Abonnenten.

Zu dem Erfolg tragen allerdings auch die vergleichsweise üppigen Zahlungen der Länder bei. Berlin und Brandenburg erhalten vom Bund Regionalisierungsmittel, die sie zum Teil an die S-Bahn GmbH weiterreichen. Laut Vertrag gibt es für jeden Kilometer, den ein S-Bahn-Zug zurücklegt, in der Regel fast acht Euro – im bundesweiten Vergleich ist das eine gute Ausstattung, sagen Experten.

Große Investitionen führen zu Verlusten

Das Bahnunternehmen kontert: Die Konzernmutter DB hat viel Geld in Fahrzeuge investiert, die Aufräumarbeiten nach den verlustreichen S-Bahn-Krisen 2008 bis 2010 habe ebenfalls viel Geld verschlungen. Unterm Strich bleibe für den Konzern nichts übrig, so die offizielle Sprachregelung. Oder, anders formuliert: „Über die fünfzehnjährige Gesamtlaufzeit des Verkehrsvertrags, die im Jahr 2017 endet, wird die S-Bahn trotz einzelner wirtschaftlich erfolgreicher Jahre ihre Kapitalkosten nicht verdient haben“, so die S-Bahn GmbH. Von 130 Millionen Euro ist die Rede. Die Verluste wurden durch den Konzern ausgeglichen.

Doch Bahnexperten wie Christian Böttger von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin relativieren dies: Der Konzern profitiere bei der S-Bahn neben den Gewinnen von weiteren Erlösen. So zahle die S-Bahn jährlich einen hohen Millionenbetrag an Managementkosten, weitere Einnahmen fallen an bei DB Netz für die Trassen, bei DB Station & Service für die Nutzung der Bahnhöfe und bei DB Energie für Strom. Unterm Strich dürfte einiges übrig bleiben.