Nach der Festnahme von vier verdächtigen Asylbewerbern aus Tschetschenien am Donnerstag im Land Brandenburg haben drei von ihren am Freitag umfassende Geständnisse abgelegt.

Wie die Polizei am Freitag mitteilte, wurden die vier mit Haftbefehl gesuchten Männer am Donnerstag bei einer Großrazzia von der Kripo in  Flüchtlingsheimen gefasst. Die Ermittler wurden dabei durch zwei Hundertschaften der Bereitschaftspolizei unterstützt. Ein 19-Jähriger wurde in Brandenburg/Havel verhaftet; ein 19-Jähriger in Prenzlau sowie ein 18-Jähriger und ein 19-Jähriger in Letschin.

Bande agiert seit Anfang 2018

Bei den Verdächtigen soll es sich um eine Bande handeln, die seit Anfang 2018 gemeinsam Straftaten begeht. Der Vorwurf der Ermittler lautet, dass sie sich zusammengeschlossen haben, um in Brandenburg/Havel Raubstraftaten, Körperverletzungs- und Diebstähle zu begehen.

Ein Polizeisprecher sagte: "Ihr Ziel ist es, Bargeld oder Mobilfunktelefone, Bekleidung und Fahrräder zu erlangen, welche teils eigengenutzt, überwiegend aber verkauft werden." Außerdem sollen sie eine Reihe von weiteren Gewaltdelikten und Diebstählen auch in anderen Orten im Land Brandenburg, in Berlin und in Sachsen-Anhalt begangen haben.

Insgesamt 84 Straftaten

Dazu gehören bandenmäßig begangene Fahrraddiebstähle in Brandenburg und Potsdam sowie Automatenaufbrüche sowie Körperverletzungen in und um Berlin. Insgesamt wird zu 84 Straftaten ermittelt.  Wegen der Vielzahl der Taten bildete die Polizei die Ermittlungsgruppe "Kaukasus“.

Am Freitag gab die Polizei bekannt, dass nur der 19-Jährige aus Prenzlau zu den Vorwürfen schwieg. Durch die Geständnisse konnte eine  schwere Körperverletzung vom 13. April 2018 am Brandenburger Hauptbahnhof aufgeklärt werden. Fünf Tschetschen sollen dabei einen 14-Jährigen und einen 15-Jährigen so verprügelt haben, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Gegen den Kopf getreten

Dem 14-Jährigen wurde ins Gesicht geschlagen und dem 15-Jährigen soll ein anderer Täter mit dem Schuh gegen den Kopf getreten haben. Der 15-Jährige stürzte daraufhin und erlitt schwere Verletzungen. Nach weiteren Zeugenaussagen trat auch hier der Täter noch auf den am Boden liegenden Jungen ein.  Der 14-jährige konnte das Krankenhaus nach ambulanter Behandlung wieder verlassen. Der 15-jährige musste wegen der schweren Kopfverletzungen auf die Intensivstation verlegt werden.

Bei dem Verhör wurde nun bekannt, dass einer der Angreifer, ein 19-jähriger Tschetschene, bereits im November 2018 aus Polen in sein Heimatland abgeschoben wurde. Er ist angeblich der Täter, der dem 15-Jährigen gegen den Kopf getreten hat.

Die Verdächtigen sitzen nun in Brandenburger Gefängnissen ein.