Tue Gutes, dann kommt es zurück: Ebru Schaefer erhält Zivilcourage-Preis

Den Zivilcourage-Preis „Band für Mut und Verständigung“ bekommt Ebru Schaefer – verliehen für ihren Einsatz für Geflüchtete.

Ebru Schaefer
Ebru SchaeferSabine Gudath

Neben ihrer Arbeit als Erzieherin kümmert sich Ebru Schaefer um ihre drei Kinder und ihren kranken Ehemann, sie selbst ist auch nicht ganz gesund: In dieser Lebenssituation bleibt kaum Kraft. Ebru Schaefer ist trotzdem seit Jahren auch für andere da. Wegen ihrer Unterstützung ukrainischer Flüchtlinge wird sie an diesem Montag geehrt. Den Zivilcourage-Preis „Band für Mut und Verständigung“ verleihen Berlins Bürgermeisterin Franziska Giffey und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke an insgesamt vier Personen, Ebru Schaefer erhält einen der Sonderpreise.

Seit 2015 viele Tausend Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, Afghanistan, Somalia und dem Irak, nach Berlin kamen, ist Ebru Schaefer aus dem Wedding als Ehrenamtliche in ihrer Freizeit dabei. „Ich habe auf Facebook die erschütternden Bilder der Menschen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales gesehen. Mitten auf der Straße, nachts, in der Kälte, ohne Zuhause, kein Schlafplatz, kein Essen.“

Damals fuhr die 38-Jährige einfach hin, daraus entwickelte sich über ihre Facebookseite ein Netzwerk aus vielen Hundert ehrenamtlich tätigen Berlinerinnen und Berlinern. Sie leisten seit mehr als sieben Jahren in den Flüchtlingsheimen Unterstützung. „Im Februar waren wir am Hauptbahnhof, als die Ukrainer auf der Flucht vor dem Angriffskrieg Russlands ankamen.“

Spendenbereitschaft ist eingebrochen

Bei der Suche nach Unterkünften stieß das Netzwerk Ebru Schaefers auf eine Jugendherberge am Plötzensee (Wedding). „Mit Unterstützung des Bezirks Mitte konnten wir dort rund 100 Ukrainerinnen und Ukrainer monatelang versorgen.“ Viele Sach- und Geldspenden machten dies einfacher, doch jetzt ist die Spendenbereitschaft eingebrochen. Es liegt an den stark gestiegenen Lebenshaltungskosten, „die Leute müssen sparen“,  sagt Ebru Schaefer.

Für die Weihnachts-Süßigkeiten an die Flüchtlingskinder braucht sie noch einige Hundert Euro. Aber das Gastarbeiterkind mit türkisch-kurdischen Wurzeln hat Vertrauen. Sie lebt nach dem Grundsatz „Tue jedem Gutes, dann kommt das Gute zurück“. Sie habe selbst in einem Notfall erfahren, dass ihr Menschen halfen.