Berlin - Berlin will dringend benötigte neue Schulen in der Hälfte der Zeit planen und bauen. Der Senat erprobt das derzeit an zehn Schulen, die ersten Bauarbeiten sollen 2018 beginnen. „Wir müssen einfach schneller werden, sonst wird uns das nicht gelingen, mit den wachsenden Schülerzahlen zurecht zu kommen“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Montag.

Das Modellprojekt setzt etwa auf schnellere Architekturwettbewerbe, vorgefertigte Wandelemente und testet an einigen Schulen die Holzbauweise. Ein Generalplaner soll Genehmigungen für gleich sechs Schulgebäude einholen.

5,5 Milliarden Euro bis 2026 bereitgestellt

Auch den Bau könnte ein Generalunternehmer übernehmen. „Ob einer für alle Standorte oder mehrere, das ist noch offen“, sagte Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke).

Weil viele Menschen zuziehen und mehr Kinder geboren werden, braucht die Hauptstadt neue Schulen. Der Senat hat für Neubau und Sanierung 5,5 Milliarden Euro bis 2026 bereitgestellt. Insgesamt sollen mehr als 50 neue Schulen mit rund 26.400 Plätzen gebaut werden. Erweiterungsbauten sollen weitere knapp 34.000 Plätze bringen.

Eine Schule aus Holz für Lichtenberg

Bisher habe man für die Planung und den Bau einer Schule zehn Jahre gebraucht, sagte Scheeres. Nun sollten die Zeiten halbiert werden. Zu den zehn Modellprojekten zählen etwa eine integrierte Sekundarschule in Mahlsdorf (Bezirk Marzahn-Hellersdorf) und eine Grundschule in Lichtenberg, die aus Holz gebaut werden. 

Dort sollen die erste Spatenstich 2018 sein, die Übergabe dann bereits 2019. Für manche andere Projekte sind vier Jahre Bauzeit vorgesehen. Die Schulen werden von der Landesregierung gebaut. Die Baugenehmigungen für die zehn Modellprojekte sollen aus Lompschers Senatsverwaltung kommen, wie die Senatorin ankündigte.

Gebäude sehen anders aus als Früher

Die Bezirke sind für kleine Sanierungen zuständig, sie müssen bis Ende des Jahres an Scheeres' Behörde melden, was bei ihnen erneuert werden muss. Die oppositionelle FDP warf die Frage auf, ob es genug Personal in den Verwaltungen gibt, um die Schulvorhaben so schnell umzusetzen.

Neue Schulen sehen zum Teil auch anders aus als früher. So haben viele zum Beispiel Teilungsräume - von den Zimmern geht dann ein kleinerer Raum ab, mit denen die Klasse geteilt und zum Beispiel Kindern mit größerem Förderbedarf geholfen werden kann. (dpa)