Darf man über Pegida lachen? Muss man vielleicht sogar? Aber wie, nachdem langsam aber stetig klar wird, dass die so wirrköpfige wie bedrohliche Bewegung größer wird?

Im Dezember hat das einen Tag lang geklappt. Unter dem Hashtag #schneegida twitterten Tausende mit Phantasie und Witz gegen die Eislamisierung Deutschlands. Der Knoten löste sich für ein paar Stunden, das miese Gefühl im Bauch wich befreiendem Gelächter. Und jetzt?

Muss man irgendwie schon wieder lachen. Der Berliner Ableger, der am heutigen Montag bereits das zweite Mal versucht, die Hauptstadt zu pegidisieren (im Dezember kam außer Polizei, Presse und Gegendemonstranten niemand), nennt sich allen Ernstes "Bärgida".

Wem fiele da nicht als erstes der arme Bär ein, dem man entschuldigend über den Kopf streicheln will angesichts solchen Missbrauchs. Beide, das Berliner Wappentier wie der Braunbär (der ja aufgrund seiner Farbe noch viel ärger dran ist) können nun am wenigsten für die Schwachkopfisierung Deutschlands.

Das finden auch viele Twitter-Nutzer. Schon erschallt der Aufruf an "möglichst viele Teddys", zur Gegendemo zu kommen und sich gegen die Vereinnahmung zu wehren, schon wundern sich Menschen über die neue Bewegung "Bären gegen die Islamisierung des Abendwaldes".

Und wer natürlich auch zu erneuter Berühmtheit gelangt, post mortem: Der Problembär (der ja auch schon zum Wortspiel "Problem-BER" inspirierte).

Wäre doch gar nicht schlecht, wenn Bärgida nur ein Zombie wäre. Oder am besten gleich eine Totgeburt. Vielleicht führen diese und andere Tweets sowie die tausenden Gegendemonstranten, die sich angekündigt haben, ja dazu. Wir haben die schönsten für Sie gesammelt.