Berlin - Die BVG testet von dieser Woche an ein System, das die Auslastung von U-Bahnwagen grafisch darstellt. Fahrgäste sehen durch Leuchtanzeiger, welche Wagen des nächsten Zuges bereits gut besetzt sind und wo es noch reichlich Platz gibt, teilten die Verkehrsbetriebe am Dienstag mit. Das neue System soll es Fahrgästen ermöglichen, sich leicht zu orientieren, auf dem Bahnsteig zu verteilen und die Position zu wählen, die einen schnellen und stressfreien Einstieg am einfachsten macht.

Der Pilotversuch findet auf dem U-Bahnhof Bundestag der U55 statt. Schon an diesem Dienstag werden dort die Anzeiger montiert. Bereits am Mittwoch soll der Testlauf starten.

„Sicher ist die U55 nicht die Linie, auf der es üblicherweise Platzprobleme gibt“, sagt Nicole Grummini, Bereichsleiterin U-Bahn bei der BVG. „Auf dieser kurzen Strecke mit den wenigen eingesetzten Wagen haben wir aber die Möglichkeit, dieses neue System technisch mit sehr geringem Aufwand zu testen. Wir wollen hier in erster Linie erproben, wie zuverlässig die Komponenten im Zug und im Bahnhof miteinander kommunizieren. Denn nur so können unsere Fahrgäste in Zukunft bestmöglich von einem solchen oder ähnlichen System profitieren.“

Anzeige mit drei stilisierten Personen für jeden U-Bahn-Wagen

In drei der vier auf der U55 eingesetzten Doppeltriebwagen werden dafür die 360-Grad-Videokameras im Innenraum mit einer Software ausgestattet, die erkennt, wie viele Fahrgäste sich in jedem einzelnen Wagen befinden. Diese Auslastungs-Information sendet der Zug an das Anzeigesystem im nächsten Bahnhof, in diesem Fall zur Station Bundestag.

Für jeden Wagen gibt es dort eine Anzeige mit drei stilisierten Personen. Je nach Auslastung leuchten vor Einfahrt des Zuges eine, zwei oder drei davon auf und signalisieren damit: Hier gibt es viel Platz, mäßig viel Platz oder kaum noch Platz. Die Fahrgäste können sich so bequem und ohne Eile die entsprechende Position am Bahnsteig suchen. (BLZ)