Mit Fotos aus einer Überwachungskamera sucht die Berliner Polizei nach einem Mann, der einen 38-Jährigen am U-Bahnhof Alexanderplatz verletzt hat. 

Wie die Polizisten Dienstag mitteilten, hatte der Unbekannte am 11. Juni gegen 1.45 Uhr dem 38-Jährigen auf der Treppe plötzlich von hinten gegen den Kopf geschlagen. Durch die Wucht des Schlages stürzte der Angegriffene die gesamten Stufen der Treppe hinunter und stieß mehrfach mit dem Kopf gegen das Eisengeländer. Hierbei erlitt er eine schwere Kopfverletzung und zahlreiche Prellungen am ganzen Körper, die stationär behandelt werden mussten.

Der Unbekannte trug zum Tatzeitpunkt markante Kleidung, unter anderem eine dunkle "Bulls"-Jacke mit rot-weißem Schriftzug vorn und hinten, weißen Streifen an den Ärmeln sowie grau-weiße Turnschuhe mit bläulich- grüner Schuhoberseite im Bereich der Zehen. Er ist etwa 30 bis 40 Jahre alt, hat kurze dunkle Haare und eine auffällig kräftige Statur.

Wer den Mann aus den Fotos erkennt oder die Tat beobachtet hat, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei unter der Telefonnummer (030) 4664373315 oder (030) 4664 371100 zu melden. Hinweise nimmt aber auch jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Ähnliche Fälle am Hermannplatz und Gesundbrunnen

Im Oktober 2016 war eine Studentin im U-Bahnhof Hermannstraße von einem Mann die Treppe hinuntergetreten worden. Die junge Frau erlitt einen Armbruch und eine Platzwunde am Kopf. Im Prozess hatte sie ausgesagt, sie habe monatelang unter der Tat gelitten. Der Angreifer wurde durch Aufnahmen einer Überwachungskamera ermittelt. Am vergangenen Donnerstag verurteilte das Landgericht ihn wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und elf Monaten Gefängnis.

Erst am Montag hatte die Polizei eine ähnliche Fahndungsmeldung herausgegeben. Gesucht werden zwei Unbekannte, die im Januar am U-Bahnhof Gesundbrunnen drei Männer angegriffen haben sollen. Einer der Männer wurde von einem Angreifer die steile Rolltreppe hinuntergetreten und verletzte sich schwer.

Konzept gegen Gewalt am Alex gefordert

Unterdessen hat die oppositionelle CDU vom rot-rot-grünen Senat gefordert, ein Kurzfrist-Konzept gegen die permanente Gewalt am Alexanderplatz vorzulegen. „Im Herzen Berlins darf es keine rechtsfreien Räume geben. Der Staat muss mit aller Härte gegen die Gewalttäter vorgehen“, sagt CDU-Innenexperte Burkard Dregger.

Ein Berliner Bündnis will rund 50 Orte mit viel Kriminalität sowie große Abstellplätze für Fahrräder mit 2000 bis 2500 Videokameras überwachen lassen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf stellten der frühere Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und der ehemalige Neuköllner Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) am Dienstag vor. 50 Millionen Euro haben sie dafür veranschlagt. Außerdem soll Berlin ein Forschungsinstitut für Verbrechensvorbeugung gründen. Ab August will die Initiative für die erste Stufe des Volksbegehrens Unterschriften sammeln. (BLZ, mit dpa)