Die Bauarbeiten am neuen Berliner Umsteigebahnhof "Unter den Linden/Friedrichstraße" laufen noch ein paar Jahre. Aber schon jetzt steht fest: Sobald der neue Knotenpunkt von U6 und U5 in Betrieb geht, wird der U-Bahnhof "Französische Straße" vom Netz genommen. "Die beiden Bahnhöfe sind weniger als 50 Meter voneinander entfernt", erklärt BVG-Sprecher Markus Falkner. Alles andere als stilllegen macht daher keinen Sinn.

U-Bahnhof unter Denkmalschutz

Abgerissen oder zurückgebaut werden darf der 1923 eröffnete U-Bahnhof in Mitte aber nicht. Das Objekt steht unter Denkmalschutz. Nur, was tun mit einem U-Bahnhof, an dem keine U-Bahn mehr hält? Die gleiche Frage wird derzeit auch in Paris diskutiert. Dort herrscht momentan Wahlkampf um das Bürgermeisteramt und zum Programm der konservativen Kandidatin Nathalie Koziuscot-Morizet gehört die Frage, wie sogenannte Geisterbahnhöfe der Pariser Metro sinnvoll umgestaltet werden können. Elf solcher Bahnhöfe gibt es in der französischen Hauptstadt. Geht es nach Koziuscot-Morizet, werden sie umgestaltet und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Ideen reichen von Ausstellungsorten, Restaurants, Konzertsälen bis hin zu Schwimmbädern, skizziert von den Architekten Manal Rachdi und Nicolas Laisné. Noch gibt es nichts weiter als diese Illustrationen. Doch vermitteln sie schon einen sehr guten Eindruck davon, welches Potential in den Objekten steckt. Sollte Koziuscot-Morizet Pariser Bürgermeisterin werden, will sie eine Online-Plattform starten, auf der Bürger und Architekten das Projekt gemeinsam vorantreiben können.

Und in Berlin? Die Schließung des Bahnhofs "Französische Straße" steht erst 2019 auf dem Plan. Da Bauverzögerungen in Berlin keine Seltenheit sind, vielleicht noch später. Bis dahin ist zumindest träumen erlaubt, vielleicht sogar von einem unterirdischen Schwimmbad.

Haben Sie eigene Ideen zur Nachnutzung des U-Bahnhofs? Schreiben Sie an online@berliner-zeitung.de.