Berlin - Bei ihren Ermittlungen zum brutalen Angriff auf eine 26-jährige Frau im U-Bahnhof Hermannstraße in Neukölln sind Polizei und Staatsanwaltschaft einen Schritt weiter gekommen. Der Treppenschubser sowie seine drei Begleiter sind identifiziert. Das bestätigte am Mittwoch der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner.

Nach Informationen aus Sicherheitsbehörden stammen die Männer  aus Bulgarien und sind miteinander verwandt. Nähere Details wurden wegen der laufenden Ermittlungen nicht bekannt. Bereits am Dienstag hatten sich die Hinweise auf die Identität des Haupttäters verdichtet.  Zivilfahnder fuhren in dessen Wohnung, um ihn festzunehmen und anschließend zu befragen. Doch der Tatverdächtige war nicht da. Fahnder schließen nicht aus, dass der Mann in seinem Heimatland untergetaucht ist.

Die Attacke gegen die 26 Jahre alte Frau hatte sich bereits, wie berichtet, am 27. Oktober ereignet. Ein Video aus einer Überwachungskamera zeigt, wie eine Frau die Bahnhofstreppe hinabgeht. Ein Mann verfolgt sie und tritt ihr unvermittelt in den Rücken.

Das Opfer stürzt mit dem Gesicht und dem Oberkörper nach vorn die Treppe hinunter. Die Tat war vor einer Woche bekanntgeworden, nachdem das Video aus der Überwachungskamera veröffentlicht worden war. 

Bulgarische Botschaft informiert

Am Montag war bereits einer der Verwandten, ein 39 Jahre alter Mann festgenommen worden. Der Verdacht erhärtete sich allerdings nicht. Er räumte ein, zur Tatzeit im Bahnhof gewesen zu sein. Für eine Verhaftung reichte das jedoch nicht. Inzwischen wurde die Botschaft Bulgariens von der Generalstaatsanwaltschaft über den Vorfall informiert und um Mithilfe bei der Fahndung nach dem Tatverdächtigen gebeten. Eine Kooperation wurde zugesagt.