Berlin - Vor fast einem Vierteljahrhundert, 1998, fand in Berlin ein Architekturwettbewerb statt. Sein Thema: Die Gestaltung der sechs neuen Bahnhöfe, die als Teil der U-Bahn 5 zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof gebaut werden sollten. Für die Station „Museumsinsel“ gewann der Deutsch-Schweizer Architekt Max Dudler. Aber erst heute, 13 Jahre, nachdem der erste Abschnitt der neuen Line in Betrieb genommen worden ist, wird auch diese letzte Station endlich dem Publikumsverkehr übergeben. Hat der Entwurf die Zeitläufte gut überstanden?

Damals, 1998, stand der Palast der Republik noch, sprach niemand von einem Humboldt-Forum in der barocken Hülle nachgebauter Schlossfassaden, gab es keinen Masterplan für den Ausbau der Museumsinsel zum Touristen-Hotspot, keinen für eine goldene Einheits-Wippe oder für ein Flussbad am Kupfergraben. Nun soll dieser Bahnhof der Hauptzugang zu all diesen Sensationen sein, Millionen Menschen werden ihn jährlich nutzen. Preußisch-dunkelblaue Gewölbe spannen sich über die Gleisgräben und die Bahnsteige, lasten auf massig kantigen Pfeilern, die diese Seitenschiffe trennen vom niedrig wirkenden Mittelschiff mit seiner gleißenden Lichtdecke. Das wirkt alles recht eng für diejenigen, die wacklig auf den Beinen sind, die einen Rollstuhl oder Kinderwagen fahren. In dunkelgrauem Granit sind Pfeiler und Wände verkleidet, matt schimmern die schmalen Buchstaben „Museumsinsel“ darauf, sind aus dem einfahrenden Zug kaum zu sehen – was eigentlich der Sinn solcher Beschriftungen ist.

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