Oranienplatz im September 1915: Blick in die Baugrube der U-Bahnstation Oranienplatz. Dahinter die Dresdener Straße in Richtung Alexanderplatz (links das "Bad Oranienplatz" amLuisenufer, heute Legiendamm/Oranienplatz.
Foto: GNU/wikicommons, Galerie Bassenge

BerlinHier entsteht der U-Bahnhof Oranienplatz, die nächste Station Kottbusser Tor liegt im etwa 500 Meter entfernt am anderen Ende der Dresdener Straße. Mehrheitlich Frauen in langen Röcken und Schürzen schaufeln Erde aus der Grube in Kipploren zum Abtransport des Aushubs. Die Baustelle ist von einem hölzernen Zaun umgeben. Das Bild entstand am 20. September 1915, im zweiten Kriegsjahr.

Der nicht-genutzte Berliner U-Bahnhof Oranienplatz am Tag des Offenen Denkmals 2013. Bald darauf wurde er zugeschüttet.
Foto: wikipedia/CC BY-SA 3.0

U-Bahnhof Oranienplatz – kennen Sie nicht? Tatsächlich kam es nicht zur Ausführung des Plans, die heutige U8 über den Oranienplatz zu laufen zu lassen. Der Bau der Station am Eingang zur Dresdener Straße Richtung Alexanderplatz war vor dem Ersten Weltkrieg begonnen worden und wurde im Krieg abgebrochen. Doch beschloss die Stadt Berlin 1921 die Fertigstellung des Bahnhofs im Rohbaus, anschließend wurde die Straße wieder für den Verkehr freigegeben es blieb ein toter Bahnhof. Allen Vorarbeiten zum Trotz entschied die Stadt 1927, die Strecke mit einem scharfen Knick über den Moritzplatz zu legen und dort eine neue Station zu bauen.

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Im nun überflüssigen Bahnhof Oranienplatz richteten die städtischen Elektrizitätswerke in den 1920er-Jahren eine Schaltstation ein, die bis 1988 funktionierte. Die unterirdische Halle wurde Anfang 2015 verfüllt, nachdem statische Probleme aufgetreten waren.