U-Bahnhof Yorckstraße in Schöneberg: Brutaler Angriff auf drei Obdachlose

Nachdem in einem U-Bahnhof in Berlin-Schöneberg drei Obdachlose angegriffen und verletzt worden, werden Ermittler jetzt die Überwachungsbilder aus. Laut einer Zeugin soll ein Mann am Montagabend im U-Bahnhof Yorckstraße zunächst ohne ersichtlichen Grund einem 50-jährigen Obdachlosen ins Gesicht getreten haben, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Dann habe er mehrmals einem 36-jährigen Obdachlosen mit der Faust in das Gesicht geschlagen. Nach Angaben der Zeugin soll der Angreifer dann ein spitzen Gegenstand aus seiner Tasche geholt haben, womit er einem dritten Obdachlosen ins Bein gestochen haben soll. Der Täter flüchtete mit einem Begleiter über den Ausgang Yorckstraße / Bautzener Straße in unbekannte Richtung.

Der 50-Jährige und der 36-Jährige lehnten eine ärztliche Behandlung ab. Bei den Männern handelt es sich um deutsche Staatsangehörige. Das dritte Opfer entfernte sich vor Eintreffen der Polizei. Dieses Verhalten sei laut Polizei nicht ungewöhnlich im Obdachlosen-Milieu.

Überwachungsbilder werden ausgewertet

„Wir werden nun die Überwachungsbilder auswerten, um auf die Spur der Täter zu kommen“, sagt ein Polizeisprecher. Ob es eine zeitnahe Öffentlichkeitsfahndung mit Fotos des Tatverdächtigen gibt, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Der arabisch aussehende Täter wird laut Polizei auf ein Alter von 20 bis 25 Jahren geschätzt und ist etwa 1,70 Meter bis 1,75 Meter groß. Er hat einen gepflegten Vollbart, kurze Haare und trug eine dunkle Kapuzenjacke von Adidas. Sein Begleiter wird auf ein ähnliches Alter geschätzt. Er trug laut Zeugin einen dunkelgrünen Parka. Das Motiv der Angreifer sei bisher unklar.

Es ist nicht der erste Angriff auf Obdachlose in Berlin. So löste die Tat einer Gruppe junger Männer in der Weihnachtsnacht 2016 bundesweites Entsetzen aus. Sie hatten ein Feuer neben einem schlafenden Obdachlosen entzündet. Fahrgäste löschten die Flammen, der Mann blieb unverletzt. Der Haupttäter wurde im Juni 2017 wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und neun Monaten verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.