Berlin - Schon an der Frankfurter Allee kündigt eine Durchsage den Sternenhimmel unter Berlin an. Nächste Station Museumsinsel. „Wir sehen uns dort“, sagt der Sprecher, offenbar überzeugt, dass sich halb Berlin diese Neueröffnung ansehen will. Die Ankunft in der Station Museumsinsel hat tatsächlich Eventcharakter: Mindestens ein Dutzend Menschen stehen auf dem Bahnsteig und filmen mit Smartphones und Kameras, wie sich die Türen der U-Bahn öffnen. Der „Himmel“ muss natürlich bei jeder Aufnahme mit eingefangen sein. Nur wenige steigen tatsächlich in die Bahn. Die meisten haben sich noch nicht sattgesehen.

Der Bahnhof ist mit blauem Granit ausgekleidet. Der Blaustich ist im künstlichen Licht kaum zu erkennen, eigentlich ist der Bahnhof vollkommen grau mit Sprenkeln. Blockartige Säulen bilden einen alleeartigen Weg zwischen den beiden Gleisen. Ein stechender Geruch dringt durch die Maschen der FFP2-Maske. Es riecht neu, so, als hätte man die Nase in eine neue Kunststoffhandtasche gesteckt. Die Menschen sind so mit fotografieren beschäftigt, dass kaum jemand sitzt, deshalb ist genug Platz, es sich gemütlich zu machen. Die Oberfläche der dunklen Holzbänke fühlt sich weich an, glatt abgeschliffen und vollkommen sauber. Zwischen den bronzefarbenen Lettern „Museumsinsel“ hängen Fotos von Säulen hinter Scheiben, die wiederum die in die Säulen eingelassenen Leuchten des U-Bahnhofs spiegeln.

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