Entschuldigung, sprechen sie Eltersch? Wer Kinder hat, der muss sich wohl oder übel ein ganz neues Vokabular zulegen. Und wer denkt, die hat man drauf, wenn das Kind dann mal ein halbes Jahr alt ist – vergessen Sie es!

Wie in jedem neuen Job, in dem in der Firma alle die internen Begrifflichkeiten und Abkürzungen zu kennen scheinen („Gehen Sie zu den ABCs, die sind im VGA zu finden“), treffen wir auch in jedem weiteren Lebensjahr der Kinder wieder auf neue Worte und Begrifflichkeiten, die uns mit Fragezeichen auf der Stirn zurücklassen.

Oder haben Sie vor den Kindern schon mal von PEKiP oder OGATA gehört? Sehen Sie! Und darum haben wir hier einmal alle wichtigen Fachbegriffe zusammengefasst, damit Sie in jeder Lebensphase Ihres Kindes bereits von Anfang an mit Fachwissen glänzen können. 

U1, U2, U3…

War U2 bis zum Eintritt in die Phase der Elternseins entweder eine Band oder eine U-Bahnlinie in Berlin, so bekommt der Begriff mit der Geburt des Babys eine ganz neue Bedeutung. U, das steht für die regelmäßigen Routine-Untersuchungen beim Kinderarzt, die in Fachkreisen auch als „Baby-TÜV“ bezeichnet werden.

Der „Dab“

„Was macht ihr denn da die ganze Zeit mit euren Armen und Köpfen?“ „Boah, Alter, Mama, das ist der Dab!“ Aha… der Dab, das lernen Mütter und Väter älterer Kinder unausweichlich, ist eine Tanzfigur aus dem Hip-Hop, die aussieht, als wolle das Kind mit der Nase in den Ellbogen niesen, während es den anderen Arm zur Seite reißt. Nicht nur Rapper „dabben“, sondern auch Sportler nach Erfolgen – naja und Kinder auf Schulhöfen eben. Man muss auch nicht alles verstehen.

Angel-Vac

Ja, hätten wir das gedacht? Dass es Nasensauger für Kleinkinder gibt, die an einen herkömmlichen Staubsauger angeschlossen werden? Wenn uns das jemand zum ersten Mal in der Apotheke empfiehlt, können wir uns gern nach versteckten Kameras einer TV-Show umschauen – werden aber keine finden, denn solche Sauger gibt es wirklich!

OGATA und OGS

Was wie Tante Agathe (OGATA!) oder ein Würgegeräusch (OGS!) klingt, soll eigentlich nur die Übermittag-Betreuung von Schulkindern bezeichnen. OGATA, das heißt „Offener Ganztag“ bzw. OGS „Offene Ganztagschule“. Die Kinder müssen nach dem Unterricht also nicht da bleiben, haben aber die Möglichkeit dazu. Deswegen offen. Offen ist auch, warum es dafür dieser kryptischen Abkürzungen bedarf. 

Pastinake

Wer bei dem Wort Pastinake noch an ein Urvolk aus dem Amazonas denkt, der hat wohl noch keine Kinder im Brei-Alter. Oder kein Kaninchen denn die essen auch ganz gern dieses Wurzelgemüse, das so gern als erster Brei für Babys empfohlen wird. Es ist hell und soll ähnlich wie Möhre schmecken. Die Flecken auf den Babybodys gehen aber besser raus… womit vermutlich die Faszination für dieses Wurzelgemüse bei Eltern bereits geklärt wäre.

Dammmassage

Bis zu den Kindern verbanden wir mit Dämmen noch schöne Deich-Spaziergänge, dann kam die erste Schwangerschaft, der erste Geburtsvorbereitungskurs – und der erste Hinweis an den Mann, dass er ja auch „mithelfen“ könne, die Frau auf die Geburt vorzubereiten… Das auf nachhaltig produziertem Papier ausgedruckte Arbeitsblatt mit der Anleitung haben Sie ja hoffentlich aufgehoben, um gegebenenfalls darauf zurückgreifen zu können.

Wackelzahnpubertät

Wackeln die Zähne, wackelt die Seele. Kennen Sie diesen weisen Spruch schon? Dann gehören Sie vielleicht schon zum Fortgeschrittenen-Level des Eltersch-Kurses. Die so genannte Wackelzahnpubertät beschreibt nämlich genau diesen Zustand, der rund um den sechsten Geburtstag aufkommt. Man könnte vermuten, dass die Launen des Kindes auch mit der bevorstehenden Einschulung zu tun haben könnten… Aber Wackelzahnpubertät klingt zugegebenermaßen einfach besser.

Zahnseide-Tanz

Und plötzlich wackeln auf dem Fußballplatz alle Kinder merkwürdig hin und her, wischen wie Scheibenwischer mit den Armen an der Hüfte entlang und tanzen: Den Zahnseide-Tanz – auch genannt: the floss. Er heißt so, weil er aussieht, als würde man sich mit Zahnseide die Zahnzwischenräume säubern… Da hatten sich Eltern gerade an den Gangnam-Style gewöhnt – und nun das! Bei uns bekannt wurde der Tanz übrigens durch das Computerspiel Fortnite, an dem leider auch kein Elternteil von Kindern ab zwölf vorbeikommt. Erfunden hat es aber ein amerikanischer Jugendlicher, der auf Instagram unter dem Namen „thebackpackkid“ firmiert.

PEKiP

Nackte Babys, die auf Matten pinkeln – in einem überhitzten Raum? Das ist PEKiP, das ist die Abkürzung für: Prager Eltern Kind Programm. Wer jetzt denkt: Iiih, pfui Teufel, der hat vermutlich noch nie in die strahlenden Kindergesichter gesehen, die windellos endlich mal richtig strampeln können. Und während die Kleinen spielen, bleibt genug Zeit für die Eltern, sich über die letzte miese Nacht aufzuregen – und so lebenslange Freundschaften aufzubauen.

Play Date

Jetzt sagen Sie das mal Ihrer Schwiegermutter! Nee, SORRY, das Kind hat heut ein PLAY DATE. Wie in jedem gut funktionierenden Unternehmen, neigen nun also auch Eltern dazu, Begriffe zu ver-englischen. Die Worte „Sorry“, „fuck“ und „Play Date“ sind heute jedenfalls von Spielplätzen nicht mehr wegzudenken. Wie schade!

Aramsamsam Gulli Gulli

Gerade noch saßen Sie in einem international entscheidenden Meeting, nun stampfen Sie liedersingend durch einen Krabbelgruppenraum und tönen: Aramsamsam, Aramsamsam, Gulligulligulligulligulli ramsamsam. Sie lachen vielleicht, aber genauso wird es kommen. Wer Kinder hat, kennt dieses Lied. Niemand kommt daran vorbei, Auch wenn keiner je begriffen hat, was es bedeuten soll.

Muttizettel

Eltern, deren minderjährige Kinder gern feiern gehen wollen, müssen sich überlegen, ob sie gern mit in den Club oder auf das Konzert wollen – oder ob sie das mal schön sein lassen und stattdessen einen so genannten Muttizettel ausfüllen, den es im Netz als Vordruck zum Ausdrucken gibt. Es handelt sich dabei um eine Erziehungsbeauftragung. Ein Begleiter, der über 18 ist, bekommt damit die Verantwortung – und Sohn oder Tochter können bis zum Ende bleiben. Falls Mama doch mit will, war halt die Duckerpatrone leer…