Berlin - Das hat den Berliner Taxifahrern gerade noch gefehlt: Während der Senat die Beförderungspreise im Schnitt um gut zehn Prozent anhob und die Droschkenkutscher der Stadt nach eigenen Angaben  in den letzten zwei Jahren bereits rund ein Viertel der Kundschaft an neue Konkurrenten verloren haben, geht nun der US-Taxivermittler Uber auch hier mit einer neuen Sparte an den Start. Uber Green heißt dieser Dienst, mit dem sich seit Montag in der Hauptstadt gezielt Elektroautos per App für den Taxidienst buchen lassen. 

Start mit Verzögerung

Was der einen Seite Sorgen bereitet, ist für die andere ein Gewinn. „Der Start von Uber Green in Berlin ist ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau unserer Plattform für eine nachhaltige, geteilte Mobilität“, sagte Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler anlässlich des Starts, der allerdings mit Verspätung erfolgte.

Denn eigentlich wollte Uber Green bereits im Dezember antreten, doch fehlte es den angeschlossenen Mietwagenunternehmen seinerzeit an den nötigen Elektroautos. Dem Vernehmen nach hatten sie Fahrzeuge zwar bestellt, doch wurden diese von den Herstellern erst mit großer Verzögerung geliefert. Jetzt also sind sie da.

Etwa 50 Autos im Einsatz

Berlin ist inzwischen bereits die fünfte Stadt im Land, in der Uber reine Elektroautos für Taxifahrten anbietet. In München, Frankfurt  am Main, Köln und Hamburg lassen sich Stromtaxis schon länger per Uber-App ordern. Hier stehen dafür nun insgesamt etwa 50 batteriebetriebene Limousinen zur Verfügung. Uber selbst gehört davon kein einziges Auto. Denn bekanntermaßen ist Uber kein Taxiunternehmen im herkömmlichen Sinn, sondern ein digitaler Vermittler, der Kunden und Chauffeur zusammenbringt. Uber arbeitet mit lizenzierten Mietwagen- und Taxiunternehmen zusammen, deren Fahrer laut Uber über einen Personenbeförderungsschein verfügen. Für die Elektroautos gibt es in der Uber-App einen eigenen Button. Die benzin- und dieselfreie Variante der Fortbewegung  ist nicht teurer, verlangt aber mitunter etwas mehr Wartezeit.

Elektrifizierte SUV von Jaguar

Die hauptstädtische Elektroflotte besteht aus Fahrzeugen von Nissan, Hyundai und Jaguar, wobei der  größte Teil dem Unternehmen Safedriver gehört, einem Chauffeurdienst, der 2016 aus dem ehemaligen  Bundestagsfahrdienst entstand. 20 Nissan Leaf sowie zehn elektrifizierte Jaguar-SUV hat die Firma  im Einsatz. Laut Firmenchef Thomas Mohnke wurde dafür am Anhalter Bahnhof eine eigene Ladeinfrastruktur mit 32 Stromzapfsäulen aufgebaut. 20 weitere Elektrofahrzeuge sind bestellt, wobei Mohnke hofft, dass sie  noch in diesem Jahr geliefert werden. Bis 2022 soll die gesamte Safedriver-Flotte elektrifiziert sein, die zurzeit  150 Limousinen umfasst.

Taxi-Innung testet

Bei den Berliner Taxiunternehmen sind E-Mobile  indes die Ausnahme. Von den insgesamt 8 135 Taxis in der Stadt fährt gerade mal ein einziges ausschließlich mit Strom.  Die meisten Autos haben einen Diesel, 3 000 einen Hybridantrieb, 500 fahren mit Gas. Nun hat die Berliner Taxi-Innung aber  die Lizenzen für zwei Elektroautos beantragt. Mit ihnen soll die Praxistauglichkeit des E-Autos im täglichen Taxibetrieb getestet werden.