Am 4. Oktober wollen Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer, Peter Maffay und Campino von den Toten Hosen sowie viele weitere bekannte Künstler ein großes Open-Air-Soli-Konzert für Flüchtlinge auf der großen Wiese vor dem Reichstagsgebäude geben. „Ein klares Bekenntnis ist jetzt wichtig: Wir heißen Flüchtlinge, die Entsetzliches wie Krieg, Tod, Vergewaltigung erlebt haben, willkommen und wir kümmern uns auch“, sagt Udo Lindenberg. Das Konzert soll einen Tag nach den Feiern zum 25. Jahrestag der deutschen Einheit stattfinden. „Eine bunte Republik ist selbstverständlich. Und daher erheben wir uns auch gemeinsam gegen dieses Pack, gegen diese Idioten in Orten wie Freital und Heidenau“, sagte Lindenberg.

Lindenberg widmet allen Asylsuchenden, die nach Deutschland kommen, sein neues Lied „Wir werden jetzt Freunde“. Inspiriert hat ihn dazu die Hamburger Box-Weltmeisterin Susi Kentikian (27). Die gebürtige Armenierin war im Alter von fünf Jahren wegen des Bürgerkriegs in ihrer Heimat nach Deutschland geflüchtet. „Susi hat mir von ihrer Odyssee erzählt. Das hat mich sehr bewegt“, sagte Lindenberg.

Bundestagspräsident Norbert Lammert unterstützt das geplante Konzert als demonstratives Zeichen für gesellschaftliches Engagement. „Gerade der 25. Jahrestag der deutschen Einheit ist eine besondere Gelegenheit, das mit Unterstützung seiner Nachbarn und Partner wiedervereinigte Deutschland als weltoffenes und integrationsfreundliches Land darzustellen“, erklärte der Bundestagspräsident.

In den vergangenen Tagen gab es Kontakt zwischen dem Musiker Herbert Grönemeyer und Lammert. Grönemeyer hat wiederholt dazu aufgerufen, in der Flüchtlingskrise Haltung zu zeigen. Lindenberg schrieb am Freitag auf Facebook: „Yeah, freu mich riesig, dass so viele große Künstler ihre Stimme erheben." Es gehe darum, eine "Willkommenskultur der Menschlichkeit!!!" zu demonstrieren.