BerlinDie Corona-Pandemie zwingt der Berliner Feuerwehr und die Polizei zurück in den Krisenmodus. Bei der Polizei waren am Donnerstagvormittag 608 Mitarbeiter vom Coronavirus betroffen. Von diesen wurden nach Angaben eines Polizeisprechers 112 mit dem Virus infiziert. Für 155 wurde amtsärztliche Quarantäne angeordnet. 341 Mitarbeiter begaben sich vorsorglich in Quarantäne. Allerdings sind auch 59 Mitarbeiter in den Dienst zurückgekehrt.

Wegen der zweiten Corona-Welle wurden bei der Polizei die Hygieneregeln verschärft. Das heißt: Maskentragen in Fluren und Büros, Abstand halten und Desinfektion. „Wo es machbar ist, wird das Homeoffice ermöglicht“, so der Sprecher.

Bei der Feuerwehr waren nach Angaben von Sprecher Thomas Kirstein am Donnerstag 28 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. 101 befanden sich in Quarantäne. „Der Lagedienst ist sehr wachsam und schaut, in Abstimmung mit den Krankenhäusern, wie sich das entwickelt“, so Kirstein.

Aus Sicherheitsgründen gibt es derzeit keinen Personalaustausch zwischen den Feuerwachen mehr. Alle Mitarbeiter im rückwärtigen Dienst sind gehalten, ins Homeoffice zu gehen, wenn dies möglich ist.

Die Feuerwehr registriert eine Zunahme der Transporte von Patienten mit sogenannten ARE-Symptomen. Die Abkürzung steht für „Akute Respiratorische Erkrankung“ und bezeichnet unter anderem Symptome wie Husten und Schnupfen aber auch Lungenentzündung. Zudem wird der Rettungsdienst der Feuerwehr öfter von Kliniken angefordert, für Notverlegungen von Corona-Patienten in dafür ausgestattete Krankenhäuser.

Auch Hilfsorganisationen wie das DRK und die Malteser sind stärker in die Patiententransporte eingebunden. „Allein der Mehraufwand hinsichtlich Hygiene, putzen, Wiederherstellen des Rettungsmittels ist gewaltig. Ebenso in den Kliniken“, sagte ein Mitarbeiter gegenüber der Berliner Zeitung.

Nach Angaben von Rettungsdienst-Mitarbeitern konnten in den vergangenen Tagen Notaufnahmen mehrfach nicht angefahren werden, weil Personal abgezogen werden musste. Es war mit Patienten in Kontakt gekommen, die sich mit Corona-Symptomen direkt in die Notaufnahmen begeben hatten.