Berlin - Polizeipräsidentin Barbara Slowik fordert mehr Personal für ihre Behörde. „Wir brauchen deutlich mehr Stellen im Haushalt 2020/2021, um die Aufgaben in dieser Stadt zu bewältigen“, sagt sie. Auf eine konkrete Zahl wollte sich Slowik nicht festlegen.

Besondere Herausforderungen für die Berliner Polizei

Die Stellenzahl bei den uniformierten Polizisten und der Kripo ist seit dem Jahr 2000 von etwa 18.000 auf rund 16.400 Ende 2015 zurückgegangen. Derzeit gibt es 17.000 Polizisten, von denen in den nächsten fünf Jahren mehr als 6000 pensioniert werden. Führende Polizisten und manche Innenpolitiker halten eine Zahl von 19.000 Polizisten für nötig.

Slowik nannte als Beispiele für besondere Herausforderungen den Kampf gegen islamistischen Terror und kriminelle arabische Strukturen sowie die Begleitung von inzwischen 5000 Demos pro Jahr.

„Dann gibt es ja noch die Idee, über die Social-Media-Kanäle Europäer, die schon in Deutschland sind, anzusprechen. Junge Menschen, die schon Deutsch können und die man erreichen kann“, sagte Slowik. In Berlin lebten zahlreiche Franzosen, Spanier und Italiener, die man auf eine Berufsperspektive als deutscher Polizist hinweisen könne. 

Verbesserungsbedarf bei der Bezahlung

„In einer zweiten Stufe könnte man in einer Art Pilotprojekt und in Absprache mit anderen europäischen Ländern auch dort junge Menschen ansprechen und mit Deutschkursen in Berlin fit machen. Aber das müssen wir erst mal genauer planen.“

Rund 40 Prozent der Anwärter in den Ausbildungsjahrgängen für den mittleren Dienst haben einen Migrationshintergrund. Als Anreize sieht Slowik neben der Ausstattung auch immer noch Verbesserungsbedarf bei der Bezahlung.

Ein Zusatz-Problem: Die Ausbildungsstätten seien ausgelastet und könnten nicht mehr Personal für den mittleren und gehobenen Dienst ausbilden. (dpa/BLZ)