Berlin2020 stand für Berlins Polizisten im Zeichen von Corona.  Mit einem Großaufgebot muss die Polizei die Impfdosen schützen, die derzeit ausgeliefert werden. Denn auch die Organisierte Kriminalität hat ein Auge auf das teure Vakzin. Das LKA führt auch mehr als 2100 Verfahren gegen Personen, die sich Corona-Soforthilfen erschlichen haben.

Eifrig kontrollierte die Polizei auch die Einhaltung der Corona-Auflagen. Täglich war sie für die Ordnungsämter der Bezirke unterwegs. Tausende Ordnungswidrigkeitsanzeigen stapeln sich in den Amtsstuben der Bezirke. Personalräte bezweifeln, dass die jemals abgearbeitet werden. Rund 800 Verfahren leitete die Polizei bei Demos ein, die von Gegnern der Corona-Auflagen veranstaltet wurden. Allerdings hatte die Polizei auch abseits von Corona gut zu tun.

Und das waren die spektakulärsten Fälle dieses Jahres 2020:

Januar

Polizist erschießt Frau: Am 3. Januar erschießt ein Polizist in Friedrichshain eine 25-jährige Frau. Maria B. soll in ihrer Wohngemeinschaft in der Grünberger Straße randaliert haben und als Polizisten kamen, mit einem Messer auf diese losgegangen sein. Im Juli stellt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den 33-jährigen Polizisten, der geschossen hatte, ein.

Einbruch bei der Polizei: Zum wiederholten Mal hat es einen Einbruch bei der Polizei gegeben. In der Nacht zum 8. Januar dringen Unbekannte in das Gelände des Polizeiabschnitts 62 in der Cecilienstraße in Biesdorf ein. Dort werden sichergestellte Fahrzeuge verwahrt. Immer wieder werden dort beschlagnahmte Fahrzeuge gestohlen oder in Brand gesetzt, um Spuren zu vernichten. Auch im Dezember gibt es wieder einen Einbruch.


Februar

Polizist suspendiert: Die Polizei suspendiert am 7. Februar einen 35-jährigen Oberkommissar, weil er Mitglied einer rechtsextremen Chatgruppe war. Der Beamte war 2019 von Hessen nach Berlin gewechselt. Der Verdacht des Rechtsextremismus in der Polizei – auch unter Polizeistudenten – wird das ganze Jahr über Thema sein.

Schießerei am Tempodrom: Am späten Abend des 14. Februar gibt es eine Schießerei vor dem Veranstaltungshaus Tempodrom. Ein 42-jähriger Mann wird erschossen, als er gerade eine Veranstaltung verlässt. Vier weitere Männer werden durch Schüsse verletzt. Ihnen wurde gezielt in die Beine geschossen. Die Polizei vermutet Clan-Streitigkeiten als Hintergrund. Inzwischen sitzt ein 48-Jähriger in Untersuchungshaft.


März

Anschläge auf AfD-Politiker: In der Nacht zum 10. März verüben Linksradikale mehrere Anschläge auf Funktionäre der AfD. Die Taten richten sich gegen den Interimsvorsitzenden der Berliner AfD, Nicolaus Fest, und den innenpolitischen Sprecher der AfD-Fraktion, Gottfried Curio. 

Brand in der JVA Tegel: In der Nacht zum 27. März bricht in einer Zelle der Haftanstalt Tegel ein Brand aus. Ein Häftling, der wegen Mordes einsaß, kommt ums Leben.


April

Betrug mit Corona-Hilfen: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 55 Verdächtige. Sie sollen Corona-Soforthilfen erschlichen haben. Bis Mitte November führt die Polizei bereits mehr als 2100 Ermittlungsverfahren.

Schüsse auf offener Straße

An der Nazarethkirchstraße in Wedding geraten in der Nacht zum 27. April mehrere Personengruppen aneinander. Sie liefern sich auf offener Straße eine Schießerei. Die Polizei schließt Clan-Streitigkeiten nicht aus. Der Hintergrund ist bis heute unklar.


Mai

Ein Kamerateam, das für die ZDF-Sendung „Heute-Show“ drehte, wird am 1. Mai in Mitte bei einer Demonstration gegen die Corona-Auflagen von einer Gruppe Vermummter niedergeschlagen. Der Fall ist bis heute nicht geklärt.

Wieder ein Einbruch in eine Behörde: Aus der Kfz-Zulassungsstelle in Lichtenberg stehlen Einbrecher Blanko-Dokumente, Siegel und Plaketten.


Juni

Zoll holt sich Tabak zurück: Am 16. Juni holt sich der Zoll 8,5 Tonnen Tabak zurück, der gestohlen worden war. Diebe hatten den unversteuerten Shisha-Tabak, der bei Razzien beschlagnahmt worden war, sowie 5,2 Millionen beschlagnahmte Zigaretten im Februar aus dem Hauptzollamt in Hohenschönhausen gestohlen. Die Spezialeinheit „Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll“ verhaftet sechs Männer und eine Frau. Sie stehen seit Mitte Dezember vor Gericht.

Geldbote überfallen: In Wilmersdorf rauben am 16. Juni Unbekannte einen Geldboten aus. Im Laufe des Jahres ereignen sich weitere solcher Taten – zuletzt in der vorvergangenen Woche.

Schlag gegen Menschenhändler: Die Bundespolizei geht am 24. Juni gegen eine große Schleuserbande vor.


Juli

Geistlicher ermordet: Der Pastor Reinholf Zuber wird am 4. September tot in seiner Wohnung gefunden. Der 77-Jährige ist umgebracht worden, der Täter noch immer auf der Flucht.

Tödliches Beziehungsdrama: In Moabit wird am 23. Juli eine 53-jährige Frau tot in einer Wohnung in der Calvinstraße entdeckt.


August

Jugendliche getötet: Eine 15-Jährige wird in der Rummelsburger Bucht getötet. Ihre Leiche wird am 5. August gefunden.

Antisemitischer Anschlag: Vermutlich Rechtsradikale verüben am 14. August in Lichtenberg einen Brandanschlag auf einen jüdischen Wirt. Es ist schon der fünfte Anschlag auf den Restaurantbetreiber.

Amokfahrt auf der A 100: Am 18. August verübt ein Iraker auf dem Berliner Stadtring einen islamistischen Anschlag. Er rammt absichtlich mehrere Fahrzeuge.

Bankräuber festgenommen: Ein Mann überfällt am 25. August mehrere Bankfilialen. Dabei stellt er sich nicht besonders schlau an.


September

Illegales Straßenrennen: Bei einem illegalen Rennen wird auf dem Kudamm eine Frau lebensgefährlich verletzt. Robert S. aus Zehlendorf wird festgenommen. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Corona-Partys aufgelöst: Schon wieder muss die Polizei am 29. September eine Party in einem Park auflösen. Es ist nicht das erste und auch nicht das letzte Mal.

Großeinsatz am Friedhof: Am 18. September wird die Mutter eines bekannten Clanchefs beerdigt.


Oktober

Mit Spitzhacken, Beilen und Trennschleifern: Die Polizei räumt am 9. Oktober die linksradikale Hochburg „Liebig 34“. Die Bewohnerinnen hatten eine Räumungsklage des Eigentümers verloren. Mehrere Tausend Polizisten sind bei der Räumung im Einsatz.

Rassistische Polizei-Chats: Einem Fernsehbericht zufolge sollen Berliner Polizisten eine Chatgruppe betrieben haben, in der rassistische und rechtsextremistische Inhalte ausgetauscht wurden. Deshalb verschickt das LKA am 10. Oktober eine Nachricht an alle Mitarbeiter, Auffälligkeiten zu melden.


November

Familientragödie in Treptow: In einer Wohnung an der Köpenicker Landstraße ereignet sich am Abend des 4. Oktober eine Familientragödie: Ein Mann ersticht seine dreijährige Tochter.

Polizei warnt vor Bandenkrieg: Am 7. Und 8. November geraten in Neukölln und dann in Wedding Mitglieder eines arabischen Clans und Tschetschenen aneinander. Die Polizei befürchtet weitere Auseinandersetzungen.

Mutmaßliche Juwelendiebe verhaftet: Die Polizei verhaftet am 17. November drei Männer, die ein Jahr zuvor ins Grüne Gewölbe in Dresden eingebrochen sein sollen. Die Juwelen sind bis heute verschwunden – und bleiben es wohl auch.

Mann gegessen: Gegen einen 41-jährigen Mann wird am 17. November Haftbefehl wegen eines Sexualmordes erlassen. Der Lehrer soll einen 44-Jährigen aus Lichtenberg über eine Datingplattform kennengelernt, dann getötet und zum Teil gegessen haben.


Dezember

Terrorverdacht: In Marzahn stürmen Polizisten eine Wohnung, weil sie glauben, dass ein 15-Jähriger einen Terroranschlag plant.

Schießerei im Clanmilieu: In der Kreuzberger Stresemannstraße gibt es am zweiten Weihnachtstag eine Schießerei. Zwei Männer werden durch Schüsse verletzt. Einer von ihnen soll der Bruder eines Clanchefs sein.