Polizeibeamte stehen an einem Geldtransporter mit aufgebrochenen Türen in Mitte.
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BerlinÜber ein Jahr nach dem spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter nahe dem Berliner Alexanderplatz sind zwei Angeklagte zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Das Landgericht verhängte wegen schweren Raubes gegen einen 34-Jährigen eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten. Wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag sagte, wurde zudem ein 33-Jähriger wegen Beihilfe zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt.

Die Urteile fielen bereits am 12. Dezember und 25. November 2019, wurden aber erst jetzt bekannt. Sie sind noch nicht rechtskräftig. Urteilsbegründungen lagen noch nicht vor. Zum Prozessauftakt im September hieß es, die Männer sollen mit weiteren Komplizen zunächst rund sieben Millionen Euro geraubt haben. Die Beute verloren die Räuber aber wieder.

Dritter Angeklagter am 16. Januar vor Gericht

Gegen einen dritten Angeklagten geht der Prozess am 16. Januar weiter. Vorgesehen sind Termine bis 30. April. Ein weiterer mutmaßlicher Täter ist laut Staatsanwaltschaft zwar namentlich bekannt, jedoch untergetaucht. Zwei mutmaßliche Mittäter seien bislang unbekannt, hieß es.

Im morgendlichen Berufsverkehr war am 19. Oktober 2018 der Geldtransporter in Berlin-Mitte von zwei Fahrzeugen ausgebremst, eingekeilt und zum Anhalten gezwungen worden. Mehrere maskierte Männer sprangen den Ermittlungen zufolge aus den Autos. Sie sollen die Besatzung des Transporters mit vollautomatischen Gewehren in Schach gehalten und mit Spezialwerkzeug die gepanzerte Hecktür aufgebrochen haben. Wegen des schnellen Eingreifens der Polizei hätten sie den Überfall aber überstürzt abgebrochen und die Flucht ergriffen.