Berlin - Sie waren vermummt, trugen Lederhandschuhe und Militärstiefel. Drei unbekannte Täter haben am Dienstag den Chef des kritischen Finanzmarktnachrichtendienstes Goldman Morgenstern and Partners (GoMoPa), Klaus Maurischat, in Kreuzberg überfallen und zusammengeschlagen. Der 56-Jährige musste sich mit starken Gesichts- und Kopfverletzungen im Krankenhaus behandeln lassen.

Gegen 13.30 Uhr, so heißt es in einer GoMoPa-Mitteilung, sei Maurischat auf der Möckernbrücke von den Männern attackiert worden. Sie hätten dort gewartet und ihn gezielt angegriffen. Mit einem sogenannten Quarzhandschuh sei ihm „mit voller Wucht“ ins Gesicht geschlagen worden. Die Täter hätten anschließend mehrfach dem am Boden liegenden, stark blutenden Opfer „mit Anlauf“ ins Gesicht und gegen den Hals getreten.

Die Polizei bestätigte den Überfall. Zeugen hätten den Angriff beobachtet. Nun wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Laut einem Polizeisprecher deutet vieles auf eine geplante Tat hin.

GoMoPa berichtet über Betrug und Wirtschaftskriminalität, gilt in der Branche als unbequem. Auch in der Berliner Schrottimmobilienaffäre hatte sich GoMoPa immer wieder zu Wort gemeldet. Der Dienstleister selbst ist aber auch umstritten, seine Unabhängigkeit wird angezweifelt. „Wir werden regelmäßig bedroht, auch Morddrohungen sind dabei, aber tätlich angegriffen wurden wir noch nie“, sagt GoMoPa-Redakteur Siegfried Siewert.