Berlin - Ein Räuber ist bei einem Überfall selbst zum Opfer geworden. Der 27-jährige Kleinkriminelle wurde am Montagabend von einem 38-jährigen Juwelier in Tegel niedergeschossen, nachdem er diesen mit einer Schreckschusswaffe bedroht hatte. Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren gegen beide Männer ein.

Mit der überraschenden Gegenwehr sah sich der Räuber um 17.45 Uhr an der Berliner Straße in Tegel konfrontiert. Er hatte den Geschäftsinhaber mit einer Gaspistole bedroht und Geld gefordert. Nach Angaben der Polizei soll der Uhrmacher eine scharfe Waffe gezogen und auf den Räuber geschossen haben. Mehrere Kugeln trafen ihn in den Oberkörper.

Der Dieb ist außer Lebensgefahr

Der 27-Jährige flüchtete schwer verletzt aus dem Geschäft und schleppte sich etwa 200 Meter weiter in eine Apotheke, wo er zusammenbrach. Dort wurde ein Notarzt alarmiert, der den Verletzten ins Krankenhaus brachte. Nach einer Operation sei der Mann außer Lebensgefahr, heißt es. Alarmierte Polizisten fanden bei ihm eine Gaspistole, ein Messer und eine Skimaske.

Neben dem Schwerverletzten, der von Polizisten in einem Krankenzimmer bewacht wurde, nahmen Beamte auch den Juwelier fest. Da er keinen Waffenschein besitzt, wird wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Außerdem wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung eingeleitet. Er kam am Dienstag wieder frei. Jetzt werde geprüft, ob er sich strafbar gemacht hat oder in Notwehr handelte.

Auch der 58-jährige Vater des Geschäftsinhabers geriet ins Visier der Ermittler. Gegen ihn wird wegen Strafvereitelung ermittelt. Er soll versucht haben, die Tatwaffe verschwinden zu lassen, um seinen Sohn zu schützen. Zudem machte er widersprüchliche Angaben zum Tathergang.