Übernachten in Berlin: Berlins größte Jugendherberge entsteht am Ostkreuz

Aus Klassenraum mach’ Herbergszimmer: So könnte man in wenigen Worten zusammenfassen, was derzeit nur wenige Schritte vom Bahnhof Ostkreuz entfernt passiert. In der Marktstraße 9-12, gleich hinter dem Ortsschild Lichtenberg, entsteht Berlins größte Jugendherberge – und zwar in dem Gebäude der denkmalgeschützen ehemaligen Hochschule für Technik.

Bis zum 1. Juli 2016, dem Eröffnungstermin der neuen Herberge, sollen in den ehemaligen Klassenräumen 125 moderne Herbergszimmer mit insgesamt 445 Betten entstehen. Der Restaurantbereich wird in den einstigen Laboren zu finden sein. Das Essen, das dort serviert wird, soll in vier ehemaligen Klassenräumen, die ab dem Sommer 2017 als Großküche dienen, zubereitet werden. Der Kostenpunkt der Projekts liegt bei 10 Millionen Euro.

Helle, freundliche Zimmer

Am Montag führten Architekten und Jugendherbergsvertreter schon einmal durch die zukünftige Herberge. Neugierig auf die neue Unterkunft waren auch Lichtenbergs Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) und das Abgeordnetenhausmitglied Ole Kreins (SPD), der aus dem Wahlkreis Friedrichsfelde kommt.
In der neuen Herberge entstehen überwiegend helle, freundliche und modern eingerichtete 3- und 4-Bettzimmer.

Jedes der Zimmer verfügt – bei Jugendherbergen sonst ungewöhnlich – über ein eigenes WC. Immerhin 18 der 125 Schlafräume sollen barrierefrei sein. Auch die Etagen und alle Gemeinschaftsräume werden so umgebaut, dass Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen sie problemlos erreichen können.

Neben den familienfreundlichen 3- und 4-Bettzimmern wird es auch 6-Bettzimmer geben, die sich an den klassischen Rucksacktouristen richten; gemeint sind damit die sogenannten Backpacker, meist junge Leute, die nur für ein oder zwei Nächte in einer Unterkunft bleiben – und gerne etwas weniger für einen Schlafplatz bezahlen.

Schmuckstück Aula

Das Schmuckstück der neuen Großherberge soll die ehemalige Aula der technischen Hochschule werden: Wenn die jetzige Decke erst einmal durchbrochen ist, wird die prächtige Stahlkonstruktion, die sich darüber befindet, wieder sichtbar sein. Dann wird die ehemalige Aula, die als Seminar- und Veranstaltungsraum genutzt werden soll, ganze sechs Meter hoch sein. Auch die Fenster, die bereits jetzt deckenhoch sind, werden bis in diese Höhe verlängert.

Damit die Herberge möglichst einfach und gefahrenlos zu erreichen ist, wird eine neue Verbindung zum Ostkreuz geschaffen. Diese führt nicht über die Autobahnbrücke Kynaststraße, sondern unter dieser hindurch.

Ole Kreins, der das Gebäude noch aus den Zeiten kennt, zu denen sein Cousin dort studierte, ist am Ende des Rundgangs sichtlich beeindruckt. „Hier entsteht ein richtiges Kleinod“, sagt er. Bezirksbürgermeisterin Monteiro korrigiert: „Ein Großod.“