Kurz vor Beginn des Rohbaus für das künftige Berliner Stadtschloss sind kleinere Kohlevorkommen in der Grube entdeckt worden. Die Kohle müsse jetzt aus technischen Gründen entfernt werden. Trotzdem solle sich der Baubeginn nicht verzögern und der Bau auch nicht verteuern, sagte der Vorstand der Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum, Manfred Rettig, am Dienstag.

Über die Auftragsvergabe für den Rohbau an den Essener Konzern Hochtief äußerte er sich zuversichtlich: „Ich habe den Eindruck, dass die Firma ein vernünftiges Projekt abgeben will.“ Die Rekonstruktion des historischen Stadtschlosses ist ein wichtiges deutsches Kulturprojekt, aber auch nicht unumstritten.

1000 zusätzliche Bohrungen

Zur Entfernung der Kohle seien etwa 1000 zusätzliche Bohrungen nötig, sagte Rettig. Die Vorkommen seien aber relativ gering. „Berlin wird kein Kohleabbaugebiet.“ Die zusätzlichen Kosten von etwa 450 000 Euro seien bereits eingeplant. Die Kohle müsse weg, damit die Arbeiter ein gleichmäßiges Betonfundament gießen könnten. Die spröde Kohle könne sonst zu undichten Stellen im Beton führen.

Den Auftrag für den Rohbau des Schlosses mit einem Volumen von rund 50 Millionen Euro erhielt am 1. Februar Hochtief. Die Hochtief-Niederlassung aus Hannover will Anfang März mit den Arbeiten beginnen. Die Grundsteinlegung ist für den 14. oder 15. Mai geplant. Der Rohbau soll in der zweiten Jahreshälfte 2015 fertig sein.

In Hamburg ist Hochtief für den Bau der Elbphilharmonie zuständig. Das Projekt verzögerte sich bereits um Jahre. Die dortige Situation sei aber eine andere, sagte Rettig. Während Hochtief in Hamburg die Gesamtverantwortung trage, sei es in Berlin nur für ein Teilprojekt zuständig.

Zeitplan angeblich nicht in Gefahr

„Hochtief hat ein Image zu verlieren“, sagte Rettig. Er gehe daher davon aus, dass das Unternehmen sich an den Zeitplan halte. Er wolle außerdem rechtzeitig für Transparenz sorgen. So habe er die Geschäftsführung zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion am 12. März eingeladen.
Das Hohenzollern-Schloss wurde zu DDR-Zeiten gesprengt. Unter dem Namen Humboldt-Forum soll an gleicher Stelle ein modernes Kunst- und Kulturzentrum entstehen, das äußerlich dem alten Schloss gleicht. Die Eröffnung ist für 2019 geplant. (dpa)