Berlin  - Auf dem Berliner Wohnungsmarkt wird mit harten Bandagen gekämpft, auch wenn es um Neubauten geht. Im Lichtenberger Weitlingkiez etwa wurden jetzt einem Mieter in der Rupprechtstraße Fenster in seiner Wohnung zugemauert. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge will bis Ende 2022 direkt daneben an der Fassade einen Lückenbau mit 33 neuen Wohnungen errichten.

Im Schlaf- und im Wohnzimmer von Alexander Kaufhold, 33, sieht es gespenstisch aus. Die Räume wirken beim Betreten ungewöhnlich dunkel, es riecht nach frischem Mörtel. Den Grund sieht man sofort. In den beiden Zimmern, die jeweils zwei Fenster haben, ist je eines davon zugemauert. Aus ihnen konnte Kaufhold vor kurzem noch auf den grünen Innenhof schauen. Jetzt starrt er auf zwei mit grauen Ziegelsteinen gefüllte Fensterrahmen, durch die kein Sonnenstrahl mehr kommt. „Ich fühle mich regelrecht eingemauert. Meine Lebens- und Wohnqualität ist dahin.“

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