Viele Fragen hatten die Abgeordneten im Hauptausschuss am Mittwoch zu den Umbauplänen im Tierpark Friedrichsfelde. Doch denjenigen, der diese Fragen beantworten kann, Zoo- und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem, hatten sie nicht eingeladen. Und so blieb die Debatte über die Zukunft des Tierparks ein politisch motivierter Schlagabtausch ohne Ergebnisse.

Knieriem will aus der 60 Jahre alten Anlage einen modernen Erlebnis-Zoo mit Themenwelten machen. Er hat einen Masterplan entwickelt, der bis 2030 umgesetzt werden soll und rund 92 Millionen Euro kostet. Nun ist der Tierpark wirtschaftlich gesehen kein Vorzeigebetrieb, er stand 2014 vor der Insolvenz, und jedes Jahr gibt das Land Berlin mehr als sechs Millionen Euro Unterstützung. Zurzeit beraten die Abgeordneten über den Berliner Haushalt 2016/2017.

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Die Abgeordneten zeigten bisher viel Sympathie für Knieriems Pläne, doch praktisch passierte wenig. Erst im Juni vertagte die Mehrheit aus SPD und CDU die Debatte – es gebe noch Klärungsbedarf, hieß es.

Doch auch am Mittwoch war nichts geklärt. Der Tierpark müsse einen Teil der Finanzierung eigenständig erbringen, sei es durch Grundstücksverkäufe oder Wohnungsbau, schlug der CDU-Abgeordnete Michael Freiberg vor. Die SPD präferiert zudem den Bau eines Schwimmbades am Rande. Und Jochen Esser (Grüne) wollte wissen, ob der Tierpark nicht noch mehr Spenden akquirieren kann, so wie der Zoo.

Fördermittel wären doch auch eine gute Idee, schlug Sven Heinemann (SPD) vor. Außerdem gebe es keine detaillierten Informationen über die Besucher. Aufgebracht reagierte da Manuela Schmidt von der Linken. „All diese Fragen hätten längst geklärt werden können. Doch niemand hat sich damit beschäftigt.“

Forderung nach "klarem finanziellen Bekenntnis zum Tierpark“

Der Vorsitzende des Fördervereins von Zoo und Tierpark, Thomas Ziolko, forderte am Mittwoch von den Abgeordneten „ein klares finanzielles Bekenntnis zum Tierpark“. Eine geforderte Gegenfinanzierung über Grundstücksverkäufe hält er für nicht vertretbar. „Wir verbauen uns damit schon am Anfang Gestaltungsspielräume für die Zukunft“, sagte er.

Zoo- und Tierpark-Direktor Knieriem reagierte am Mittwoch diplomatisch auf die Unentschlossenheit der Politiker: „Wir gehen davon aus, dass es gute Gründe gab, die Entscheidung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.“

Knieriem hatte sich lange auf diese Sitzung des Hauptausschusses vorbereitet, sogar eine Dienstreise verschoben. Am Mittwochmorgen bekam er die Nachricht, das Thema Tierpark sei wegen „internen Klärungsbedarfs“ von der Tagesordnung des Hauptausschusses gestrichen worden, er brauche nicht kommen. Einige Stunden später regten sich Abgeordnete darüber auf, dass der Direktor nicht anwesend sei, wenn es um die Zukunft des Tierparks gehe.