Nach etlichen Debatten, politischen Streitereien und irritierenden Forderungen haben die Abgeordneten dem Tierpark Friedrichsfelde insgesamt 18 Millionen Euro zugesichert. Damit sollen in den kommenden vier Jahren notwendige Umbauten und Modernisierungen verwirklicht werden. So steht es im Beschluss über den Landeshaushalt 2016/2017.

Im kommenden Jahr kann der Tierpark mit der Umsetzung seines Ziel- und Entwicklungsplans beginnen. Als erstes Projekt soll eine künstliche Himalaya-Landschaft entstehen, wofür fünf Millionen Euro eingeplant sind. Für Tierpark-Direktor Andreas Knieriem ist dieses Projekt „das Thema Nummer Eins“. Aus rund 100.000 Tonnen Bauschutt, die in der Amtszeit von Knieriems Vorgänger Bernhard Blaszkiewitz illegal im Norden des Tierparks abgeladen worden waren, soll eine 15 Meter hohe künstliche Gebirgslandschaft gebaut werden. Der Bauschutt wird dabei komplett mit Spritzbeton überzogen, davor werden Tiergehege und Volieren gebaut.

Artgerechteres Zuhause für Elefanten

Weitere zehn Millionen Euro sind für den Umbau des Elefantenhauses eingeplant. „Damit bekommen die Dickhäuter ein artgerechtes Zuhause, aber auch die Arbeitsbedingungen der Tierpfleger werden verbessert“, sagt Zoo-und Tierpark-Sprecherin Christiane Reiss. Für weitere drei Millionen Euro aus Bundesmitteln wird das alte Verwaltungsgebäude energetisch saniert. Die veralteten Heizungsanlagen verursachen hohe Betriebskosten.

Für Mitarbeiter der Verwaltung und für Tierpfleger werden neue Arbeits- und Sanitärräume gebaut. Direktor Knieriem begrüßte die Haushaltsentscheidungen: „Wir freuen uns sehr über die positiven Nachrichten aus dem Abgeordnetenhaus. Sie geben uns Planungssicherheit.“

Debatte über Wohnungsbau

Der Ziel- und Entwicklungsplan für den Tierpark sieht vor, die Einrichtung bis zum Jahr 2030 für insgesamt 93 Millionen Euro zu einem Erlebnis-Zoo mit mehreren Themenwelten umzubauen. Vor allem für Familien soll die Anlage in Friedrichsfelde zum ganztägigen Ausflugsziel werden.

In den kommenden Jahren muss auch geklärt werden, ob ungenutzte Randflächen des Tierparks möglicherweise für andere Zwecke, etwa für Wohnbauten, umgewidmet und verkauft werden können. Der Senat prüft diese Pläne, Knieriem spricht von „Potenzialflächen“ und betont, der Tierpark werde immer der größte Zoo Europas bleiben.