Berlin-Mitte - Trotz der mehr als 1100 Widersprüche von Berliner Bürgern beim Bezirksamt von Berlin-Mitte gegen die oktroyierte Umbenennung der Mohrenstraße scheint der Namenswechsel beschlossene Sache. Die Straße soll nach Anton Wilhelm Amo benannt werden, der gemeinhin „als der erste schwarze deutsche Philosoph und Rechtsgelehrte“ bezeichnet wird, wenngleich er aus Afrika stammt, sich als Afrikaner verstand, auch wieder in seine Heimat zurückkehrte, dort verstarb und kein Rechtsgelehrter war.

Wird schon bei dem Pro und Kontra des Begriffs Mohr deutlich, wie wenig historische Kenntnis in der Umbenennungsdebatte zutage getreten ist, so wird die Behauptung, „Mohr“ sei keine Eigenbezeichnung gewesen, gerade von Amo ad absurdum geführt. Denn der Titel seiner 1729 vorgetragenen akademischen mündlichen Disputation lautete: „De jure Maurorum in Europa“ („Das Recht der Mohren in Europa“).

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