Ein Feuerwerk ist während Deutschlands größter Silvesterparty hinter dem Brandenburger Tor zu sehen.
Foto: dpa/Christoph Gateau

BerlinDas vergangene Jahr war in Politik und Gesellschaft turbulent, doch das tut der grundsätzlich optimistischen Stimmung keinen Abbruch, wenn es um die Einschätzung der persönlichen Lage geht. Immerhin empfanden 35 Prozent der Berliner 2019 persönlich besser als das Jahr zuvor. Ein Jahr zuvor ging das nur 28 Prozent der Befragten so.

Der Trend zur positiven Sicht auf Kommendes setzt sich fort: Auch mit Blick auf das noch junge neue Jahr sind die Berliner zuversichtlich. 43 Prozent denken, dass das 2020 besser wird als 2019. Das haben im Jahr zuvor nur 31 Prozent so gesehen – eine deutliche Zunahme also.

Je älter, desto pessimistischer

Aber auch hier gilt: Je älter die Befragten, desto pessimistischer sind sie auch. 42 Prozent der Berliner rechnen damit, dass 2020 ein genauso gutes beziehungsweise schlechtes Jahr wird. Was also erwarten sie von 2020 im Detail? Wer ist optimistisch? Wen sorgt was? 1005 Berliner wurden zwischen dem 12. und 19. Dezember vom Meinungsforschungsinstitut Forsa befragt, was sie bewegt hat und was sie bewegen wird.

Beim Thema Finanzen sind die Befragten jedenfalls zuversichtlich: 32 Prozent denken, dass sie im neuen Jahr mehr Geld zur Verfügung haben werden. So hoch war der Wert bei den vorigen Befragungen noch nie. 2018 glaubten das nur 27 Prozent. 2013 sogar lediglich 24 Prozent.

Der Trend zur positiven Sicht setzt sich fort.
Grafik: Berliner Zeitung/Hecher

Interessant dabei: Im Ostteil der Stadt ist die Zustimmung (37 Prozent) in diesem Punkt höher als im Westteil (29 Prozent). Vor allem die Jüngeren zwischen 18 und 29 Jahren erhoffen sich im neuen Jahr offenbar einen Geldsegen. 72 Prozent gehen davon aus, dass sie im Vergleich zum Vorjahr mehr Geld zur Verfügung haben werden. Schon in der Altersgruppe darüber sieht es mit der finanziellen Zuversicht erheblich pessimistischer aus. Bei den 30- bis 44-Jährigen glauben nur 36 Prozent daran, dass sie mehr Geld im Portemonnaie haben werden.

Insgesamt hat sich die Sorge um finanzielle Verluste im Laufe der vergangenen Jahre verringert. In der aktuellen Umfrage gaben nur 17 Prozent der Befragten an, dies beschäftige sie. 2013 waren es noch 31 Prozent.

Angst vor Krankheiten, aber Mietsorgen sinken

Doch was sorgt die Menschen am meisten im neuen Jahr? Krankheiten. Das jedenfalls gab mehr als jeder zweite an (52 Prozent). Kaum verwunderlich, dass die Angst vor gesundheitlichen Einschränkungen wächst, je älter die Menschen sind. Auch ein mögliches Unglück in der Familie wird als große Sorge wahrgenommen (42 Prozent).

Obwohl das Thema Mieten, Gentrifizierung und Wohnungsnot in diesem Jahr in der Stadt eine bedeutende Rolle spielte – Zehntausende gingen zum Beispiel im Sommer bei der Mietenwahnsinn-Demo auf die Straße – treiben steigende Wohnkosten die Berliner weniger um als noch im Jahr zuvor.

Vielleicht zeigt der Mietendeckel, der die Mieten für fünf Jahre eindämmen soll, schon eine Wirkung. Nur noch 28 Prozent bereitet das Thema Sorge – im vergangenen Jahr lag der Wert noch bei 50 Prozent, 2017 sogar bei 56 Prozent. In diesen beiden Jahren war dies in der Umfrage die dringlichste Sorge der Hauptstädter. Zwischen Ost und West gibt es diesbezüglich aber Unterschiede. Im Ostteil der Stadt sind die Menschen beunruhigter, wenn es um die Frage steigender Wohnkosten geht. 32 Prozent gaben hier an, dass sie sich sorgen, im Westteil der Stadt sind es dagegen nur 24 Prozent.

Jeder Vierte (26 Prozent) hat Angst vor Gefahren durch Terrorismus. In dem Jahr des Terroranschlags auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz 2016 war das die größte Befürchtung der Berliner (55 Prozent). Die Gruppe der jüngsten Befragten (18 bis 29 Jahre) gab an, dass sie im Jahr 2020 diese Gefahren am meisten beunruhigt.