Malu Dreyer wurde heftig kritisiert, aber die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz blieb bei ihrer Absage. Die letzte Fernseh-Talkrunde vor der Landtagswahl am 13. März wird ohne sie stattfinden, weil der Fernsehsender auch einen Vertreter der Alternative für Deutschland eingeladen hat. Die AfD habe sich seit ihrer Gründung vor knapp drei Jahren von der Anti-Euro-Partei zur Anti-Flüchtlings-Partei gewandelt, also stark radikalisiert, begründete die SPD-Spitzenkandidatin ihre Entscheidung. Diese Menschen seien zu großen Teilen rassistisch, sagte sie.

In Berlin wird erst am 18. September gewählt, doch es zeichnet sich bereits ab, dass die AfD auch im hiesigen Wahlkampf eine Rolle spielen wird. In der jüngsten Forsa-Umfrage legte der Landesverband um den früheren Bundeswehrgeneral Georg Pazderski und die Europaabgeordnete Beatrix von Storch um zwei Punkte auf sieben Prozent zu. Die AfD hätte demnach eine realistische Chance, ins Parlament einzuziehen.

Wir wollten deshalb schon heute wissen, wie die zurzeit im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien mit der AfD im Wahlkampf umgehen wollen. Sechs (schriftliche) Fragen an fünf Parteivorsitzende, deren (schriftliche) Antworten zeigen, dass sich im Kern alle einig sind: Die AfD müsse bekämpft werden, damit sie am 18. September den Sprung ins Landesparlament gar nicht erst schafft – mit demokratischen Mitteln, also auch mit der direkten Auseinandersetzung in Talkrunden.

Die Antworten auf unsere erste und alle weiteren Fragen finden Sie auf den nächsten Seiten.