Die jungen Berliner sind in Fragen des Klimaschutzes offenbar zu radikalen Lösungen bereit. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung. So sagten 98 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, dass Plastikverpackungen, Plastiktüten und Plastikbecher generell verboten werden sollten. In dieser Frage gibt es auch bei allen anderen Berlinern eine eindeutige Haltung: 81 Prozent sind für ein Verbot.

Interessant ist daran vor allem, dass es seit Jahren zwei gegenläufige Entwicklungen gibt: Einerseits steigt das Bewusstsein, dass das sogenannte Mikroplastik – also winzige Zerfallsrückstände von Kunststoffverpackungen – nicht nur in den Weltmeeren und im Boden zu einem ernsten Problem werden. Gleichzeitig gibt es gerade bei jüngeren Leuten den Trend, immer mehr Müll zu produzieren:

Wer heutzutage in einen bei jungen Leuten besonders angesagten Berliner Park geht, wird feststellen, dass mindestens die Hälfte des Mülls aus Wegwerf-Bechern aus Coffee-to-go-Shops besteht. Die klare Antwort der Berliner in dieser Frage zeigt aber, dass die Problemlage in den Köpfen der Leute sehr wohl präsent ist.

Linke weiterhin stärkste Partei

Die Umfrage zeigt auch, dass die rot-rot-grüne Landesregierung weiterhin eine Mehrheit hat. In der Sonntagsfrage zur Abgeordnetenhauswahl wäre die Linke auch im September 2018 die stärkste Partei, genau wie im August. Sie legt im September einen Prozentpunkt zu – als einzige Partei im aktuell regierenden Dreierbündnis. Die Linke käme damit aktuell auf 22 Prozent. 

Die Grünen bleiben stabil bei 18 Prozent und liegen damit auf Platz zwei.
Die SPD, die die Wahl vor zwei Jahren im September 2016 noch mit 21,6 Prozent gewonnen hat, verliert in der aktuellen Umfrage einen weiteren Prozentpunkt und käme aktuell mit 16 Prozent nur noch auf Platz vier. Sie liegt hinter der CDU mit 17 Prozent, die fast das selbe Ergebnis hätte wie bei der Wahl. Die AfD steht bei 13, die FDP bei 7 Prozent.